Schulen feiern Abschlüsse abgespeckt

RP, 08.06.2020


Wesel Demnächst erhalten die Schüler der Stufen 10, 12 beziehungsweise 13 ihre Abschlusszeugnisse. Wegen Corona müssen sie in Wesel auf die gewohnten Bälle und Partys verzichten. Feiern wird es in den Schulen trotzdem geben – mal mit, mal ohne Eltern.

Von Klaus Nikolei

Einer der herausragenden Tage im Leben eines jungen Menschen ist der, an dem er sein Abschlusszeugnis in Händen hält und das Ende seiner Schulzeit mehr oder weniger ausgelassen feiert. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Die Corona-Pandemie sorgt dafür, dass keine Gottesdienste, keine offiziellen Bälle oder Partys stattfinden. Und auch die Zeugnisübergaben in den Schulen unterscheiden sich deutlich von denen in den vergangenen Jahren. Trotzdem bemühen sich alle weiterführenden Schulen in Wesel, würdige Abschlussfeiern auf die Beine zu stellen.

Andreas-Vesalius-Gymnasium: Am AVG, das kürzlich erst erfahren hat, dass die Abschlussfeier wie immer im Bühnenhaus stattfinden kann, gab es zwei Möglichkeiten: Entweder zwei Veranstaltungen der gesamten Stufe ohne Eltern oder vier Feiern mit den Angehörigen. Die rund 120 Abiturienten haben sich für Variante eins entschieden.

Schulleiterin Dorothée Brauner hätte sich alles Mögliche vorstellen können, damit die Eltern diesen besonderen Tag miterleben. „Doch der neue Erlass des Ministeriums, wonach wir auch außerhalb der Schule feiern dürften, gilt erst ab dem 22. Juni. Wir sind aber auf Samstag, 20. Juni, festgelegt“, sagt sie. Alternativ hätte die Feier in der Niederrheinhalle stattfinden sollen – natürlich unter Einhaltung sämtlicher Sicherheitsabstände.

Die Feier wird so vonstattengehen, dass alle Schüler spezielle Abi-Masken tragen und ihre Zeugnisse im Bühnenhaus erhalten. Musikbeiträge, Videobotschaften? Fehlanzeige. „Wir haben die dafür nötige Technik nicht“, bedauert die Schulleiterin, die natürlich eine Rede halten wird, ebenso wie der Schülersprecher. Grußworte sollen verlesen werden.

Hinterher soll, es noch ein Treffen auf dem Schulhof geben. Womöglich sind dann auch die Eltern willkommen.

Konrad-Duden-Gymnasium Im März schon hat sich Schulleiterin Karen Schneider Gedanken gemacht, wie man die Abiturienten in Zeiten der Pandemie würdig verabschieden könnte. Gutes Wetter vorausgesetzt, wird die Abschlussfeier einfach aus der Aula auf den Schulhof verlegt. Am Freitag, 19. Juni, 18 Uhr, sollen mehr als 130 runde Tische und eine Bühne aufgebaut sowie ein roter Teppich auf dem Schulhof ausgerollt werden. Jeder bringt sich etwas zu Essen und zu Trinken mit. Die Schulband wird spielen, der Zirkus Butterfly Kunststücke vorführen, Grußworte und Reden werden live gehalten. „Es wird eine Feier, die die Schüler nie vergessen werden“, ist Karen Schneider überzeugt. Und wenn es regnen sollte? „Ab Mittwoch nächster Woche werden wir die Wetterlage genau beobachten und notfalls alles auf den Samstag verlegen.“

Gesamtschule am Lauerhaas: Statt einer großen Veranstaltung für die 141 Zehntklässler hat sich die Gesamtschule am Lauerhaas entschieden, dass jede der fünf zehnten Klassen in der großen Aula separat feiert, wie Abteilungsleiterin Roswitha Mack erklärt. „Wir haben ausreichend Platz. Jeder Schüler darf am 17. beziehungsweise 18. Juni jeweils zwei Personen mitbringen, so dass es sicherlich sehr persönliche Abschlussfeiern werden“, sagt sie. In der Aula wird es Live-Musik sowie Videobotschaften der Bürgermeisterin, von Kirchenvertretern und der Schulpflegschaft geben. Und natürlich wird Schulleiter Dirk Timmermann den Schülern gratulieren.

Ohne Eltern findet hingegen die Zeugnisvergabe der Gesamt­schul-Abiturienten am Freitag, 19. Juni, statt – ebenfalls in der Aula. „Unsere 55 Abiturienten, eine verschworene Truppe, haben so entschieden“, sagt der Schulleiter. Wie bei den Zehntklässler werden unter anderem Video-Botschaften zugeschaltet. Die Schulband sorgt für die musikalische Unterhaltung.

Berufskolleg Feldmark: Weil am Berufskolleg die Entlassung der Schüler erst in der letzten Juni-Woche auf dem Programm steht, sind die Vorbereitungen noch nicht abgeschlossen. „Wir planen, die Zeugnisse den Schülern in Verbindung mit den Eltern zu überreichen. Das könnte in unserer großen Sporthalle, die uns auch als Aula dient, passieren. Wie wir die Gruppen aufteilen, wissen wir noch nicht“, sagt der stellvertretende Schulleiter Markus Höhmann. Am Donnerstag, 25. Juni, werden 250 Fachabiturienten entlassen, einen Tag später 170 Abiturienten.

Konrad-Duden-Realschule: Normalerweise werden die Zehntklässler in der Aula des benachbarten KDG verabschiedet. Am Freitag, 19. Juni, nutzt die Realschule ausnahmsweise ihre eigene kleine Aula. „Unsere Schüler werden klassenweise entlassen und dürfen jeweils zwei Familienmitglieder einladen“, sagt Schulleiterin Heike Böken-Heinemann. Nach jeder Feierstunde wird ein Reinigungsteam die Stühle desinfizieren. Dann kommt die nächste Klasse an die Reihe. Die Schulleiterin, die jeweiligen Klassenlehrer und die Klassensprecher werden reden, ansonsten Videobotschaften unter anderem von Eltern gezeigt. „Und unsere Lehrer haben sich noch eine Überraschung ausgedacht“, sagt die Schulleiterin.

Realschule Wesel Mitte: Der im Sommer 2021 auslaufende Realschule ist es in diesem Jahr nicht möglich, ihre Schüler im nahen Bühnenhaus zu verabschieden. Also findet die Feier am Mittwoch, 17. Juni, in der eigenen Aula statt. „Weil wir uns an die harten Hygienemaßnahmen halten müssen, werden unsere 40 Schüler in zwei Gruppen verabschiedet – ohne die Eltern“, bedauert der kommissarische Schulleiter Frank Lewandrowski. Dafür soll es eine ausgesprochen schöne Feier werden. Ehemalige Lehrer werden Videobotschaften senden, es wird Reden geben und Musik vom Band. Lewandrowski denkt, dass die Schüler hinterher mit ihren Eltern und Angehörigen noch essen gehen oder zu Hause feiern werden.

Hauptschule Martini: Die Hauptschule wird ihre Zehntklässler in drei Gruppen im Stundentakt entlassen. „Unsere Mensa ist nicht so groß, dass die Eltern auch noch dabei sein könnten“, sagt Schulleiterin Birgit Wintgens. Sie will alles dafür tun, dass die 60 Schüler eine schönen Tag erleben. Die Plätze werden festlich geschmückt. Es gibt eine Diaschau, Großworte der Lehrer und eine Videoansprache der Schulleiterin. „Ich gehöre zur Corona-Risikogruppe und kann leider nicht dabei sein.“ Lediglich die Klassenlehrer und die Schulsozialarbeiterin werden anwesend sein. Die Schüler nehmen sich ihr Zeugnis von einem Tisch, erhalten eine Rose und gehen dann auf den Schulhof, wo ein Eiswagen wartet und sie sich nach Herzenslust bedienen können.


Quelle: RP

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