Finale von „Eine Stadt liest ein Buch“ im Scala in Wesel

NRZ, 11.02.2019


WESEL. Große Literaturaktion in der Hansestadt – Autor Herman Koch zu Gast bei der Abschlussveranstaltung. Es soll eine Wiederholung geben.

Die Freude über die Resonanz auf die Aktion „Wesel liest ein Buch“ ist beim ausrichtenden Literaturkreis „Rotkehlchen“ groß --deshalb ist eine Wiederholung geplant. Das Prinzip: Alle lesen den gleichen Text und sprechen darüber, im Weseler Fall das Buch „angerichtet“ des niederländischen Autors Herman Koch.

Zur Abschlussveranstaltung im rappelvollen Scala-Kulturspielhaus luden die Organisatoren das Publikum zu einem „Mehrgang-Menue“ ein, bei dem auch Herman Koch und Bürgermeisterin Ulrike Westkamp zugegen waren.

Als Appetithäppchen fungierte die Big Band des Andreas-Vesalius-Gymnasiums, welche mit „In the mood“ (Glenn Miller) das Dinner eröffnete und die im Laufe des Abends weitere Zwischengänge servierte.

Abwechslungsreich sei es in den einzelnen „Leseinseln“ zugegangen, in denen das Buch mit mehr als 500 Teilnehmern besprochen, belesen und diskutiert wurde, berichtete Claudia Bongers die den Abend moderierte.

Abwechslungsreiche Leseinseln

Bei der ersten Veranstaltung habe der Bombenfund wohl Einfluss auf die Besucherzahl genommen. Schnee und Eis spielten ein anderes Mal eine Rolle. Im Wasserwerk drohten die Besucher Frostbeulen zu bekommen, bis jemand entdeckte wie die Heizung funktioniert.


Bei einer weiteren Veranstaltung trieb die Info, dass 30 Lehrer zu Besuch kämen, den Veranstaltern Schweißperlen auf die Stirn. „Was diskutiert man mit denen?“ Letztlich kam kein einziger Lehrer.

Und es gab auch einen Abend ohne Besucher. Nachdem der Ort des Geschehens, ein Fahrradgeschäft, wieder in den Urzustand versetzt worden war, wechselte man in die Kneipe gegenüber zum gemeinsamen Bier und las einfach dort, berichteten die „Rotkehlchen“.

Auch Schüler des AVG und des KDG haben sich mit dem Werk „angerichtet“ beschäftigt: Theater-AGs zeigten das Ergebnis ihrer Arbeit. Eindrucksvoll setzten die AVG’ler einen Dialog in Szene. Die KDG’ler ließen die Protagonisten zu Wort kommen und teilten am Ende ihre Gedanken mit. Ingrid Sommer vom Literaturkreis erklärte, dass es in den Büchern des niederländischen Autors keinen Schlusspunkt gebe „Er lässt die Leser allein“, sagte sie. Die KDG’ler gaben den Besuchern an diesem Abend ihre Gedanken mit auf den Weg.


Eintrag ins Goldene Buch der Stadt

Mit dem Autor Herman Koch besprachen Dorothée Brauner (AVG-Schulleiterin) und Manfred Kaiser (Literaturkreis Rotkehlchen) Fragen, die Leser im Vorfeld einreichen konnten. Dabei kamen die ersten Seiten aufs „Tapet“, die ganz unterschiedlich bewertet wurden. Die einen fanden den Beginn der Geschichte sehr schleppend, andere waren von der ersten Seite an fasziniert. Koch kommentierte: „Eigentlich wäre der zugegebenermaßen etwas zähe Anfang noch 60 Seiten länger gewesen.“

Seine Anfänge liegen übrigens in seiner Schulzeit. Damals habe er seinen Eltern eine fiktive Geschichte erzählt. „Meine Eltern haben geglaubt, was ich da erzähle“, erinnerte sich Koch lachend. Der Autor trug sich auch gleich vor Ort ins Goldene Buch der Stadt ein.

>>> AMERIKANISCHE VERSTEIGERUNG FÜR SPIX:

Ingrid Sommer versteigerte das Maskottchen des Leseabends, einen bunten Esel, amerikanisch. Das farbenfrohe Tier erzielte einen Erlös von 256 Euro.

Der Erlös der Versteigerung konnte an den Literaturkreis des Vereins „Spix“ übergeben werden, der Menschen mit seelischen Erkrankungen hilft.


Quelle: NRZ

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