Zu schwere Matheklausur?!

 

Schüler verzweifeln an Matheklausur

von Niels Ebling, 19.04.2013

Wesel (RP). Es flossen viele Tränen. Die Mathe-Abiklausur war für viele Schüler nicht oder kaum lösbar. Auch Lehrer und Schulleiter haben Bedenken. Das Schulministerium weist Kritik zurück. Bei Facebook formiert sich ein breiter Protest.

Schon während der Mathe-Abiturklausur flossen am Mittwoch viele Tränen in der Aula des Konrad-Duden-Gymnasiums (KDG). "Drei Viertel unseres Kurses waren mit den Aufgabenstellungen völlig überfordert. Die Klausur war eine böse Überraschung", berichtet eine Schülerin des Leistungskurses. Als Schulleiter Dr. Heinzgerd Schott eine Abiturientin auf dem Flur fragte "Und, fertig geworden?" bekam er eine eindeutige Antwort: "Fertig ja, im wahrsten Sinne des Wortes." Auch die Mathelehrer, die gemeinsam eine Vorauswahl der vom NRW-Schulministerium vorgegebenen Aufgaben treffen, "konnten nur den Weg des geringsten Übels gehen", erklärt KDG-Mathelehrer Bertram Burgner. "Wir hatten wirklich Bauchschmerzen bei der Auswahl und haben den Ärger kommen sehen."

Am Andreas-Vesalius Gymnasium (AVG) und der Gesamtschule am Lauerhaas hat es nach Aussage der Schulleiter keine Beschwerden gegeben. Gleichwohl sind die KDG-Schüler nicht allein mit ihrem Ärger.   Am Willibrord-Gymnasium in Emmerich und dem Reeser Gymnasium Aspel gab es einen Aufschrei, an vielen Schulen in NRW wurden kritische Stimmen laut. Bei Facebook gibt es bereits eine Gruppe mit über 2500 Mitgliedern, die gemeinsam gegen die Klausur protestieren. Eine Online-Petition wurde von mehr als 1000 Personen unterzeichnet. Für die kommende Woche sind Demonstrationen vor dem Schulministerium in Düsseldorf geplant. Dort weist man die Kritik an den Klausuraufgaben übrigens zurück. "Sie sind lösbar. Es gab zwar Beschwerden und Diskussionen über den Schwierigkeitsgrad, aber nicht mehr als in den vergangenen Jahren auch", sagt Sprecherin Barbara Löcherbach. Von den Lehrkräften habe es beim Download der Aufgaben am Tag vor der Klausur kein negatives Feedback gegeben. Das größte Problem habe sie mit dem Verständnis der Aufgabenstellungen gehabt, berichtete eine weitere LK-Schülerin vom KDG. "Es war in der vorgegebenen Zeit einfach nicht machbar. Irgendwann bin ich verzweifelt." Sie habe sehr viel gelernt und alles gekonnt, sagt sie und schiebt hinterher: "Sonst schreibe ich immer eine Eins oder Zwei in Mathe."

Schulleiter Dr. Schott nimmt die Probleme der rund 130 Schüler ernst, die an seiner Schule versucht haben, die Klausur zu lösen. Er habe mitbekommen, dass sie "maximal gefordert" waren. Ein erster Versuch der Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Fachdezernenten der Bezirksregierung sei zwar gescheitert. "Ich werde es aber weiter versuchen, um herauszufinden, wie sich die Lage an anderen Schulen darstellt." Für ihn sei das Gefühl der Schüler unter Druck gestanden zu haben, aber nicht gleichbedeutend mit Versagen. Es sei einfach zu früh, über Ergebnisse zu sprechen. Sollten die entsprechend schlecht ausfallen, müsse die Lage neu bewertet werden.

© 2020 Konrad-Duden-Gymnasium Wesel. All rights reserved.