Sprechstunde für 1000 Schüler

 

NRZ, 29.05.2013
Wesel. Die Info-Börse des Marien-Hospitals klärte über Berufe rund um die Klinik auf
Schüler belagern die Gänge, schieben sich von Raum zu Raum, über die Köpfe hinweg versucht eine Angestellte, die Patienten zur Sprechstunde aufzurufen. Im Marien-Hospital herrschte gestern der Ausnahmezustand. Der Grund: Rund 1000 Schüler schnupperten Krankenhausluft und machten sich bei der Info-Börse über Berufe rund um die Klinik schlau.

Kristin Sellmann kommt schon mit einer konkreten Vorstellung zur Info-Börse. „Ich möchte Ärztin werden“, sagt die KDG-Schülerin. Sie informiert sich bei den Ärztinnen vor allem über das Medizinstudium. „Ich habe schon Respekt vor den verschiedenen Prüfungen“, sagt die 16-Jährige. Trotzdem: Die halten sie nicht davon ab, diesen Weg einzuschlagen.
Ihre Mitschülerin Gamze Balci würde auch gerne Ärztin werden, findet seit gestern aber auch den Beruf des Rettungssanitäters interessant. Laura Schmied von der Heinrich-Meyers-Realschule in Hamminkeln hat schon vor der Börse Einblicke in die Arbeit des Krankenhauses bekommen: „Ich habe mal ein Praktikum auf der Entbindungsstation gemacht“, sagt sie. Jetzt informiert sie sich gemeinsam mit Celina Pereira über die Pflegeberufe. „Wichtig ist, dass der Beruf Spaß macht und dass das Gehalt stimmt“, sind sich die beiden Schülerinnen einig.


Was sich unter dem Titel „Info-Börse“ trocken anhört, kommt ganz munter und abwechslungsreich daher. Vieles können die Schüler selbst ausprobieren. Sie lassen sich einen Arm in Gips legen, fischen bei der Endoskopie ein Gummibärchen mit kleinen Greifern aus einem Übungspräparat oder lassen ihre Blutgruppe bestimmen. Das haut so manche Schülerin im wahrsten Sinne des Wortes um, wenn der Blick aufs eigene Bluttröpfchen wandert. Wasser und Obst helfen, die blass gewordenen Schüler wieder aufzupäppeln.
Frisch gestärkt bahnen sich die Schüler aus Wesel, Hamminkeln, Schermbeck, Hünxe, Voerde, Alpen und Xanten ihren Weg von Abteilung zu Abteilung. Dabei entdecken die Schüler nicht nur typische Berufe aus dem Gesundheitsbereich. So informieren sich viele Schüler bei Polizei, Feuerwehr, Architekten oder Elektrikern über Ausbildungsvoraussetzungen und Berufschancen. Einer davon ist Jörg Lensing. „Es gibt viel mehr Interesse als im Vorjahr“, stellt er fest. Als Elektriker ist er im Marien-Hospital für die Instandhaltung der Geräte und Störungsbeseitigung zuständig. Groß ist das Interesse auch an den Info-Ständen zum Berufsbild Bestatter. Und bei den Mädchen ist wie immer der Stand der Hebammen dicht umlagert.


Info:
Die Info-Börse des Marien-Hospitals und des Rotary Clubs Wesel-Dinslaken findet seit 1998 alle zwei Jahre statt. Damals kamen noch rund 250 Schüler aus Wesel.
Angesprochen sind Schüler der 9. bis 12. Jahrgangsstufen. Wegen des großen Andrangs ?kamen die Schüler gestern zu sieben verschiedenen Zeiten.
Denise Ludwig

© 2020 Konrad-Duden-Gymnasium Wesel. All rights reserved.