Ohne Moos nix los

 

bei der Abitur-Feier

VON NIELS EBLING -16.02.2013

Wesel (RP). Das Ende der Paukerei zu feiern, ist teuer. Chaostag und Abi-Ball verschlingen große Summen. Damit die Finanzierung steht, werden Feten organisiert, die Geld einspielen. Professionelle Event-Agenturen helfen den Schülern.

Das Ende ihrer Schulzeit möchten die Weseler Abiturienten gebührend feiern. Am Chaostag und auf dem Abi-Ball geht es traditionell ausgelassen zu. Große Summen investieren die Schüler in Getränke, Essen und die Miete des passenden Veranstaltungsortes. "Zwischen 4000 und 6000 Euro müssen wir allein für den großen Ball in der Niederrheinhalle aufbringen", sagt Frank Grootens, Stufensprecher des Abiturjahrgangs am Konrad-Duden-Gymnasium (KDG). Hinzu kämen rund 14 000 Euro für die Abi-Shirts und das Abi-Buch. Immerhin wollen in dem Doppeljahrgang 190 Schüler ein Exemplar haben.

Am langersehnten Ende der Paukerei braucht es also eine prall gefüllte Stufenkasse. "Unsere Haupteinnahmequelle", erzählt Grootens, "ist der Stufenbeitrag, den jeder Schüler zahlt." Ansonsten heißt es: Feiern, damit man am Ende selbst feiern kann. Denn Vorabi-Feten schließen in der Regel die Finanzierungslücke.

Daniel Schwitzky (19), Laura Wikker (18) und Frank Grootens (19) stellen am KDG die Partys auf die Beine. Mit einer Veranstaltungsfirma aus Rees haben sie sich kompetente Unterstützung ins Boot geholt. "Die haben Erfahrung und wissen, wie man die Leute anzieht", erklärt Schwitzky. Die Profis buchen die Räumlichkeiten, entwerfen Flyer und Plakate, kümmern sich um Sicherheitskräfte, die notwendigen Genehmigungen sowie Licht- und Tontechnik. Die Abiturienten rühren kräftig die Werbetrommel, machen die Schichtpläne für den Thekendienst und behalten die Finanzen im Blick.

Vier Vorabi-Feten haben sie bereits erfolgreich über die Bühne gebracht. Gefeiert wurde in der Bürgerhalle Wertherbruch, dem Parkettsaal der Niederrheinhalle, dem großen Saal der Niederrheinhalle und der Diskothek Element X Am Schornacker. Bis zu 1500 Feierlustige sind gekommen. Den gesamten Gewinn in die eigenen Taschen stecken, konnten sie aber nicht. Denn das Andreas-Vesalius-Gymnasium (AVG) und das Berufskolleg waren meist an der Organisation und damit auch am Gewinn beteiligt. Die Kooperation zwischen den Schulen liefe gut und werde größtenteils von der Veranstaltungsfirma organisiert. "Anfangs gab es schon Misstrauen. Immerhin ist viel Geld im Spiel", sagt Grootens. Zwar mache man gemeinsame Sache, aber "beim Feiern versuchen wir trotzdem immer das AVG auszustechen", offenbart Wikker.

Da die Partys meistens im direkten Anschluss an die Klausurphasen sind, müssen die drei Abiturienten in den Lernphasen organisieren. "Das ist zeitweise schon eine große Belastung", sagt Laura Wikker. "Außenstehende denken häufig, dass wir das nur zum Spaß machen. Aber eine gewisse Ernsthaftigkeit muss man schon an den Tag legen", ergänzt Daniel Schwitzky.

Bis das Abitur geschafft ist. "Dann", meint auch Frank Grootens, "feiern wir nur noch uns selbst."

Damit das klappt, steht das Trio schon mit der nächsten Vorabi-Fete in den Startlöchern. Gefeiert wird am Freitag, 1. März, ab 21 Uhr im Parkettsaal der Niederrheinhalle. Eintritt: sieben Euro.

Quelle: RP

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