Grafikrechner am KDG

 
 

Das rote Rechner-Tuch

Neuer Taschenrechner für Mathe am Gymnasium: Muss die "große Lösung" wirklich sein?

Weseler 20.03.2013 von Dirk Bohlen

Für Eltern von Gymnasialschülern steht im Sommer eine größere Anschaffung an: der TI-inspire CX von Texas Instruments. Ein Edelmodell unter den Taschencomputern, ein so genannter Grafikrechner (Kosten: 90 bis 100 Euro)! Die Einführung des hochgerüsteten Geräts gestaltet sich allerdings nicht ganz so einfach, wie es die Schulleitungen und Fachschaften vielleicht erwarteten. Widerstand regt sich vor allem bei den Eltern. Doch auch die Schüler haben zum Teil ihre eigenen Gedanken zum TI „inspire“. Insgesamt herrscht Ablehnung vor.

Dr. Heinzgerd Schott, Direktor am Konrad-Duden-Gymnasium in Wesel, beruhigt: „Es ist auf lange Sicht die kostengünstigere Lösung!“ Es gebe die Möglichkeit für die Sechserklassen, einen einfachen Taschenrechner (rund 50 Euro) anzuschaffen. Dabei handele es sich aber um ein „fest formatiertes Gerät“, dessen Programmierung nicht erweiterbar sei. Dann müsse später zwangsläufig ein neuer Rechner her.

Beim „inspire CX“ handele es sich um die „große Lösung“, mit der die Schüler aber bis zum Abitur auf der sicheren Seite seien. Schott: „Die Software kann erweitert und den Unterrichtsinhalten der höheren Klassen angepasst werden!“ Der Schulleiter weist auf die Entscheidung der Mathematik-Fachschaft hin, die sich - mit Zustimmung der beteiligten Eltern - für die Anschaffung des vom NRW-Schulministerium favorisierten, teureren Rechners ausgespochen haben.

Heinzgerd Schott kann sich durchaus vorstellen, dass es in einigen Jahren ein Tablet für alle Schüler gebe, das in regelmäßigen Abständen „zentral mit neuen Unterrichtsinhalten und Programmen für alle Fächer“ upgedatet werde.

Der Schulleiter erwähnt auch die Möglichkeit für einkommensschwache Familien, sich bei den zuständigen Behörden oder mit der Hilfe der Schulleitung finanzielle Unterstützung zu sichern.

Jana Bieler, Lehrerin für Chemie und Mathe am Weseler Andreas-Vesalius-Gymnasium, sagt: „Wir benutzen am AVG aktuell einen wissenschaftlichen Taschenrechner: Casio fx 991DE-Plus zu ca. 22 Euro. Wir haben uns vor gut zehn Jahren zur Anschaffung dieses Gerätes (bzw. damals Vorgänger-Modell) entschieden, weil das genannte Gerät das beste Preis-Leistungsverhältnis für den zu diesem Zeitpunkt geforderten nicht programmierbaren und nicht graphikfähige Rechner bot. Dieser Sachstand lässt sich jedoch nicht auf die Zukunft übertragen, da die verpflichtende Einführung eines Graphikrechners ansteht.“

Lokalkompass Kreis Wesel aus Wesel am 15.03.2013 um 10:35 Uhr

Hier lesen Sie die offizielle Stellungnahme vom Ministerium, zugestellt durch Julia Heer, Mitarbeiterin im Pressereferat ...

"Der Einsatz eines grafikfähigen Taschenrechners bedeutet für die Mathematik in der Sekundarstufe II eine erhebliche Erweiterung  unterrichtlicher Möglichkeiten. An vielen Schulen wird ein solcher oder  höherwertiger Rechner bereits genutzt.

Dabei entscheiden die Schulen im Rahmen ihrer Eigenverantwortlichkeit unter Beteiligung der Mitwirkungsgremien über das anzuschaffende Rechnermodell sowie unter Berücksichtigung der speziellen Bedürfnisse vor Ort über praktikable Finanzierungsmöglichkeiten. Das Spektrum der gewählten Modelle reicht von einem Ausleih- oder Leasingverfahren, Unterstützungsmodellen z. B. durch Fördervereine, bis zur Übernahme der Kosten durch die Eltern. Neben einer Beratung durch die Schulaufsicht werden den Schulen in NRW unter anderem solche praxiserprobte und gelungene Finanzierungsmöglichkeiten vorgestellt, die zum Ausgangspunkt für die Entwicklung einer passgenauen Lösung für die Einzelschule vor Ort genutzt werden können. Das Schulministerium stellt erfolgreiche Finanzierungsbeispiele den Schulen zur Verfügung. Nach Ostern wird hier eine FAQ-Liste zum GTR-Einsatz eingestellt.

GTR-Rechner kosten ab ca. 60 Euro aufwärts. (Auch Hersteller machen besondere Finanzierungsangebote.) GTR-Rechner können Gleichungen numerisch lösen, also näherungsweise. CAS-Rechner können Gleichungen nach einer Variablen auflösen. Im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets erhalten bedürftige Eltern einhundert Euro pro Schuljahr."

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