Abi-Rückschau Feiern und Finanzen

 

VON FRANK GROOTENS UND KATHARINA PAUS
26.09.2013 Wesel (RP)

Die Schule beendet, das Studium vor Augen – nun bleibt noch eine Finanzfrage zu klären. Um Abiball und Co. stemmen zu können, musste Geld in die Kasse kommen. Was übrig blieb, spenden Ex-KDGler.

Abi-Shirts und Abi-Buch – das Ende der Schulzeit kostet. Katharina Paus und Schülersprecher Frank Grootens erzählen, was das Unternehmen kostet. Das Abi in der Tasche, der Studienplatz ist sicher – doch was ist mit dem Stufenkonto, nachdem der Abiball und die Zeugnisvergabe bezahlt sind? Kassensturz am 24. September 2013: exakt 6903,56 Euro. Da bleibt die Frage: Wofür brauchen Abiturienten so viel Geld?

Um Abiball und Co. finanziell stemmen zu können, muss Geld in die Kasse kommen. Und in dieser Hinsicht werden Schüler kreativ. Aber trotzdem muss durch eine Geldspritze in Form von Stufenbeiträgen eine erste Grundlage geschaffen werden, bevor es an die Organisation von Abi-Vorfeten geht, deren Gewinn zusätzlich Gelder in die Stufenkasse spülen soll.

Wenn wir nun auf die letzten zwei Jahre und insgesamt sechs "Abi-Vors" zurückblicken, können wir mit Stolz sagen, dass wir so einiges einnehmen konnten. Dazu zählen auch die Gewinne aus dem eigens ins Leben gerufene Konzert "Rock am KDG" und dem Verkauf von Kaffee und Kuchen an Elternsprechtagen. In der Spitze hatten wir einen Kontostand von über 30 000 Euro. Viel Verantwortung für junge Leute.

Doch so schnell man das Geld eingenommen hatte, so schnell war es auch wieder weg. Auf der Ausgabenliste standen Abi-Shirts, Abi-Bücher, Abi-Fotowand (um sich in der Schule zu verewigen) und zu guter Letzt, das Highlight: der Abiball in der Niederrheinhalle. Auch ein Chaostag wollte finanziert werden. Passend zum Motto "Pirates of the CarABIan – Der Fluch hat ein Ende" enterte die "Black Pearl" am letzten Schultag den Schulhof des KDG.

"Das Abitur ist heute ein riesiges Event", so sieht das auch Marcus Padtberg, stellvertretender Schulleiter. Dazu gebe es keine Alternative, trotzdem sei es Aufgabe der Schüler, das Geld zu verwalten. Dass das schon mal in die Hose gehen kann, zeigten Negativbeispiele aus der Vergangenheit. Aber wenn alles erfolgreich über die Bühne geht, kann sich auch die Schule auf die Schulter klopfen: "Dann haben wir bei unserem Lehrauftrag nicht allzu viel falsch gemacht."

Nach allen Feierlichkeiten stellt sich aber die Frage, was man mit dem restlichen Geld anstellen soll. Schnell ist klar, dass wir in einigen Jahren ein Stufentreffen organisieren wollen. Aber mit knapp 7000 Euro kann man weitaus mehr bewegen. Deshalb entschieden wir uns, einen großen Teil zu spenden. So stehen auf dem Spendenschein des Abitur-Jahrgangs des KDG 3000 Euro. Gespendet wird an Watoto Wema, einen gemeinnützigen Verein, der ein gleichnamiges Center in Nairobi unterstützt und die Bildung von Kindern aus armen Familien finanziert. Unsere Mitschülerin Klara Ventz arbeitete dort im Sommer zwei Monate ehrenamtlich.

Eine andere Abiturientin, Ellen Drutschmann, ist zur Zeit in Bolivien und engagiert sich für das Projekt "Vamos Juntos - Freundeskreis Deutschland-Bolivien", eine gemeinnützige Organisation, die in La Paz soziale Straßenarbeit leistet. Auch nach Südamerika wird gespendet. Natürlich sollen auch Weseler Projekte nicht zu kurz kommen. So unterstützen wir die Kinder-Palliativ-Station des Marien-Hospitals Wesel mit einer Spende. Ein besonderes Anliegen war uns die Unterstützung der José-Carreras-Stiftung für Leukämie-Kranke, die das Ziel verfolgt, Leukämie für jeden heilbar zu machen. Vor anderthalb Jahren ist eine Mitschülerin von uns an Leukämie gestorben.

Auch die Schulleitung freut sich über so viel Verantwortung. "Es ist toll zu sehen, dass die Schüler sich durch persönliche Kontakte sozial engagieren." So könne man auch sicher sein, dass das Spendengeld sicher ankomme.

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