Von KDG-Schülern erforscht:

 

VON ISABELL HÜLSER in RP vom 17.2.2011

WESEL Wie heißt es so schön: Nicht für die Schule, sondern für. das Leben lernen wir. Umso besser, dass man in der Schule so einiges lernt, was man im (Studenten-) Leben später gut gebrauchen kann. Ein Beispiel dafür: die seit mehreren Jahren in der zwölften Klasse des Gymnasiums obligatorische Facharbeit. "Sie soll auf das wissenschaftliche Arbeiten an der Universität vorbereiten", erklärt Schulleiter Dr. Hansgerd Schott vom Konrad-Duden-Gymnasium den Sinn der Facharbeit, die eine der Klausuren im zweiten Halbjahr der zwölften Klasse ersetzt.

Im letzten Jahr gab es unter den 130 gut zehnseitigen Ausarbeitungen einige, die durch besondere Qualität überzeugten. "Manche Arbeiten sind einfach zu schade, um im Schularchiv zu verschwinden", so Dr. Schott. Und so kam Chemie-und Biologielehrerin Gisela Wirges auf eine Idee: Eine Vortagsreihe unter dem Titel "Von KDG-Schülern erforscht", in der die besten Schüler ihre Arbeiten einem interessierten Publikum vorstellen können. In der ersten Auflage präsentierten Nora Chiwaeze (19) und Dorian Plicht (20) ihre 2010 verfassten Facharbeiten einem kleinen Kreis interessierter Schüler, Lehrer und Gästen. Neben Stufenkollegen der Vortragenden waren auch einige Schüler zu der abendlichen Extraportion Bildung erschienen.

"Wir müssen in den nächsten Wochen auch unsere Facharbeit schreiben und hoffen auf Tipps für den Aufbau und die Struktur" erklären Sebastian Schellewald (17) und Annemarie Wenzel (18). Und so kam eine solide Kursgröße zusammen, die den Ausführungen der beiden 13-er Schüler folgte, die nun kurz vorm Abitur ihre Facharbeiten aus dem letzten Jahr Revue passieren ließen. In zwei gelungenen, frei vorgetragenen Präsentationen - auch das ist eine gute Übung für die Uni - präsentierten die beiden ihre Arbeiten von der ersten Themenidee bis hin zur fertigen, besonders gelungenen Ausarbeitung.

"Ich habe nach einem Thema gesucht, das mich fasziniert, und es dann zum Thema meiner Facharbeit gemacht", erklärte Dorian Plicht. Da er aus einer Architektenfamilie stammt und selbst nach dem Abitur Architektur studieren will, entschied er sich für seine Aus­arbeitung im Fach Geschichte für das Thema „Phönix aus der Asche? Der Wiederaufbau der Stadt Wesel nach 1945". Er nahm seine Zuhörer mit auf eine Zeitreise in die stadtplanerischen Besonderheiten der Weseler Nachkriegszeit. Seine Mit­schülerin Nora Chiwaeze setzte sich im Fach Latein unter dem Titel „Das Wesen der Freiheit" mit dem von persönlichen Umständen und epochalen Begebenheiten beeinflussten Freiheitsbegriff Rousseaus und Senecas auseinander - auch wie ihr Mitschüler mit Hilfe einer Power Point-Präsentation. Die ge­lungene Premiere im kleinen Kreis war nur der Anfang. Ab Mai soll es die nächsten Vorträge geben.

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