Solidaritäts-Diplom für Wesel

 

Eine-Welt-Gruppe: Reisebericht mit lateinamerikanischem Flair von drei Weselerinnen, die El Salvador besucht haben. Sie sahen von Weselern gesponserte Projekte und erlebten intensive persönliche Kontakte.

VON CARINA STOLL in RP vom 28.7.2011

WESEL Jetzt berichteten die drei Mädchen Hannah Bauer, Lea Brüx und Hannah Ventz in der Aula der Realschule Wesel-Mitte über ihren Aufenthalt im lateinamerikani­schen Land El Salvador. Die drei Mitglieder der Eine-Welt Jugend­gruppe Wesel waren von Ende März bis Anfang April mit einer größeren Delegation in das lateinamerikani­sche Land gereist, um dort Eindrü­cke von den Menschen und deren Lebensbedingungen zu gewinnen. Seit 1991 unterstützt die Eine-Welt Gruppe Wesel Bürgerkriegsflücht­linge, die nach zehn Jahren wieder in ihre Heimat El Salvador zurück­gekehrt sind und aus dem Nichts ihre kleine Gemeinde Nueva Esperanza (deutsch: neue Hoffnung)'gegründet haben.

„Bewegend und schockiered"

Sinnvolle Hilfe kann aber nur dann geleistet werden, wenn man sich zunächst mit dem Land und den Leuten auseinandersetzt. „Es ist wichtig, dass diese Unterstüt­zung nicht nur finanziell geschieht. Für die Menschen dort ist der per­sönliche Kontakt sehr bedeutend, damit sie wissen, wer hinter den Spenden steckt", sagt Lea Brüx. Eingeleitet wurde der Abend mit dem Stück „Pachelbel-Kanon" von der Gastgeberin Hannah Bauer zusam­men mit Teresa Kohler, Isabel Kasner und Ann-Katrin Geuchen als Streichquartett.

Die drei Mädchen waren von ih­rer Reise so berührt und begeistert, dass sie andere Menschen durch diesen Abend daran teilnehmen lassen wollten. Im Vorfeld hatten sie mit der Hilfe von Lukas Berg­mann eine umfangreiche Power-Point-Präsentation vorbereitet, um ihre Worte mit ausdrucksstarken Bildern zu untermalen. Die Atmo­sphäre entführte die Besucher in das Land, das so anders, verglichen mit europäischen Standards,  ist.

Die Eine-Welt-Gruppe hatte für schmackhafte, lateinamerikani­sche Speisen gesorgt und die Pau­sen wurden von salvadorianischen Volksliedern begleitet.

Die Mitglieder der Delegation be­sichtigten die Projekte, die die Eine-Welt-Gruppe-Wesel initiierte. Zum Beispiel unterstützt die Gruppe seit 2008 im Rahmen des Früchtepro­jekts eine Schule in Amando Lopez. Die Schüler dieser Schule erhalten zusätzlich zum normalen Mittages­sen, das aus Reis und Bohnen be­steht, Früchte, Gemüse und Milch, damit die mangelernährten Kinder ausreichend versorgt werden. Au­ßerdem berichteten die Mädchen über den Bürgerkrieg, der von 1980 bis 1991 in El Salvador herrschte. „Wir haben mit einer Zeitzeugin ge­sprochen, die uns von grausamen Ereignissen erzählt hat. Diese Be­gegnung war sehr bewegend und schockierend für uns", erzählt Han­nah Ventz.

Hauptsächlich ziehen die enga­gierten Mädchen aber positive Fa­zite aus der Reise. „Ich fühle mich mit dem Land sehr verbunden. Es ist unglaublich, wie schnell man eine Beziehung zu den Menschen dort aufbaut, obwohl man deren Sprache nicht spricht", so Hannah Bauer. Mit ihrem Reisebericht zeig­ten die Drei, wie aufregend und er­lebnisreich ein Blick über den Tel­lerrand sein kann.

INFO Seit 1991

Mitglieder der Eine-Welt Jugend­gruppe Wesel besuchen regelmä­ßig El Salvador.

Seit 1991 unterstützt die Eine-Welt Gruppe Wesel Bürgerkriegs­flüchtlinge, die nach zehn Jahren wieder in ihre Heimat El Salvador zurückgekehrt sind. Das Hilfspro­jekt wird bis in die heutige Zeit fortgeführt.

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