So war Duden:

 

streng, humorvoll, Wein trinkend

Anke Goldberg erzählt KDG-Schülern aus dem Leben von Konrad Duden.

WESEL (kwn) Dass Konrad Duden, einer der bekanntesten Deutschen überhaupt, in Wesel, genauer ge­sagt auf Gut Bossigt in Lackhausen 1829 geboren wurde, werden die meisten Weseler wissen. Aber mehr auch nicht. Das gilt auch für die Oberstufenschüler des Konrad-Du­den-Gymnasiums. Pardon. Richtig muss es heißen: galt. Denn wäh­rend eines Gastvortrages gab Anke Goldberg, Autorin der Biografie „Konrad Duden - Schreibe, wie Du sprichst", den Schülern gestern ei­nen äußerst kurzweiligen, mit vie­len Anekdoten gespickten Einblick in das Leben und Wirken des „Rechtschreibpapstes", der vor 100 Jahren in Wiesbaden starb.

Goldberg ist Studienrätin an der Konrad-Duden- (Gesamt-)Schule in Bad Hersfeld, in der Duden 29 Jahre, die meisten davon als Direk­tor, tätig war. Streng aber gerecht soll er gewesen sein, der humanis­tisch gebildete Herr mit dem wei­ßen Bart und der Nickelbrille. Dazu äußerst humorvoll, politisch enga­giert und schon als junger Student von der Idee der deutschen Einheit begeistert. „Duden traf sich abends gerne mit Schülern beim Billard, trank dabei Rotwein und rauchte Pfeife", ließ die Studienrätin die Oberstufenschüler und KDG-Di-rektor Dr. Heinzgerd Schott wissen.

Waisenhaus zahlte Gymnasium

Bei ihren Recherchen in Wesel er­fuhr die Autorin 2006 vom früheren KDG-Lehrer Horst Schroeder, dass Duden und dessen Bruder von der Mutter in ein Waisenhaus gesteckt wurden. „Die Familie hatte nicht das nötige Geld für eine gute Schul­ausbildung", so Goldberg. Am heutigen Duden (25. Aufla­ge), davon ist Anke Goldberg über­zeugt, hätte der berühmteste Sohn Wesels nicht nur Freude gehabt. „Denn es ging ihm immer darum, die doppelten Schreibvarianten zu vermeiden. Heute sind zum Teil für ein Wort drei Schreibweisen er­laubt." In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Duden zu Lebzei­ten nie richtig zufrieden war mit seinem 1901 erstmals erschienenen amtlichen Wörterbuch, das erst nach seinem Tod den Namen „Du­den" bekam. RP vom 29.6.2011

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