Doppeljahrgang auf ABI-Kurs

 
 

In den beiden Weseler Gymnasien werden ab morgen erstmals G 8- und G 9-Schüler gemeinsam unterrichtet. Schließlich machen beide Jahrgänge 2013 ihr Abitur. Das bereitet einigen Eltern und Schülern am KDG Sorge.

VON KLAUS NIKOLEI in RP vom 6.9.2011

WESEL Für die beiden Weseler Gym­nasien ist das morgen startende Schuljahr etwas ganz Besonderes. Denn der erste Schülerjahrgang, der seine Abiturprüfungen im Frühjahr 2013 schon nach zwölf Jahren (G 8) ablegen wird, startet zusammen mit den G 9er-Schülern in die zweijährige Qualifikations­phase. Ob die G 8-Schüler aller­dings den gleichen Kenntnisstand haben wie die ein Jahr älteren G 9er-Kollegen, bleibt abzuwarten. „Ei­gentlich müssten sie auf einer Höhe sein. Unsere Lehrer, die in beiden Jahrgangsstufen unterrichten, ha­ben den Eindruck, dass das für die große Mehrheit der G 8-Schüler kei­ne große Rolle spielen wird", sagt KDG-Direktor Dr. Heinzgerd Schott. Er verschweigt in diesem Zusammenhang nicht, dass es un­ter Eltern und Schülern durchaus Ängste und Verunsicherung gibt. Das wurde auch bei einer Infover­anstaltung vor den Ferien mehr als deutlich.

Bilanz nach dem ersten Halbjahr

„Wir haben mit den Jugendlichen darüber diskutiert. Befürchtungen haben aber nicht nur G 8-Schüler. Auch G 9er haben sich besorgt ge­äußert, ob sie das alles schaffen", so Dr. Schott. Nach dem ersten Halbjahr werde man eine Bilanz ziehen können. Beim Andreas-Vesalius-Gymnasium sieht man dem gemeinsamen Unterricht von G 8- und G 9-Schülern gelassen entgegen. In Vertie­fungskursen konnten G 8-Schüler im vergangenen Schuljahr versu­chen, Defizite auszugleichen.

Froh ist das rund 90-köpfige Kol­legium des Konrad-Duden-Gym­nasiums, dass die Lehrerversor­gungsquote an der  100-Prozent-Marke kratzt. Somit werde jeden­falls in den Kernfächern kein Un­terricht ausfallen, betont Dr. Schott stolz. Gleichwohl weiß er, dass die Zeiten schwieriger werden. „In den nächsten Jahren werden einige Kol­legen in den Ruhestand verabschie­det. Dann benötigen wir dringend neue Mathematiklehrer, die nicht so einfach zu bekommen sein wer­den."

Kollege Jürgen Berner vom Andreas-Vesalius-Gymnasium hat ebenfalls dafür gesorgt, dass in sei­ner Schule im Regelfall kein Unter­richt ausfällt - abgesehen von „ein paar Stunden Sport. Das lässt sich aber verkraften". Über das Pro­gramm „Geld statt Stellen" hat Di­rektor Berner sechs pädagogische Fachkräfte an die Ritterstraße ge­lotst - als Ersatz für Kolleginnen in Mutterschutz oder im Erziehungs­urlaub. „Das sind allesamt gute Kol­legen, die ins Team passen."

Pensionierter Lehrer gibt Physik

Zum AVG-Kollegium zählt übri­gens auch ein längst pensionierter Lehrer: Franz Esser füllt nun schon im zweiten Jahr eine Personallücke, indem er neun Stunden Physikun­terricht gibt.

INFO: Ganztag am KDG
Das KDG hat im vergangenen Som­mer den Ganztag in Klasse fünf eingeführt. Eine Umfrage Ende des abgelau­fenen Schuljahres zeigt, dass sich die meisten auf den Nachmit­tagsunterricht eingestellt hät­ten. Positiv sehen die Schüler, dass die Lernzeiten, in denen der Un­terrichtsstoff geübt wird, Teil des Stundenplanes sind. 

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