Pro und Contra Ganztag

 
 


Was Kristina Kochale bei einer Schüler-Eltern-Umfrage am KDG alles erfahren hat. Maximal 120 Seiten sollen es werden, hat Kristina sich vorgenommen. Etwa Ende August soll sie das wissenschaftliche Sammelsurium bei ihrer Dozentin in Köln abliefern.

BISLICH. Die Idee zum Thema ihrer Diplomarbeit bekam Kristina - da staunt der Fachmann: von Zuhause! Ihre Mutter informierte sie über die Pläne des KDG, ab Herbst den Ganztagsbetrieb zu etablieren. "Ich wollte das Thema aus Schülersicht beleuchten.", so die 25-Jährige. Nach einem Gespräch mit Schulleiter Dr. Heinzgerd Schott ergänzte sie ihre Recherchepläne auf die Eltern und Schüler/innen der Klassen 5 und 6.

Die Elternbefragung

In den Osterferien brüteten rund 260 Kids und deren Eltern über dem Fragebogen. Die Fünft- und Sechstklässler wurden in der Woche vor den Osterferien befragt. Die jeweiligen Klassenlehrer/innen ermöglichten die zirka 20-minütige Befragung zu Beginn einer Unterrichtsstunde. "Mit einer hohen Rücklaufquote", findet Kristina und freut sich über rund 90 Prozent ausgefüllte und zurück gegebene Antwortzettel. Die Angaben von Schülern und Eltern hat die Bislicherin feinsäuberlich ausgewertet und in anschauliche Tabellen, Balken- und "Kuchen"-Diagramme übertragen.

Zum Tragen kommen dort Fragen wie: "Wie kann man Sport und Freizeit in die Ganztagsschule bringen? Wie stellen sich die Kinder die Ganztagsschule vor? Was wünschen sie sich von ihr? Die Ergebnisse sind interessant - in vielerlei Hinsicht. "Ein Großteil der Kinder besucht keinen Verein, sondern nutzt die Angebote am KDG zusätzlich, obwohl sie bereits Mitglied im Verein sind. Verein und Ganztagsangebote schließen sich also nicht aus.", erklärt Kristina. (Anm. d. Red.: Das KDG rechnet Sportvereinstraining oder Musikschulbesuche auf den Freizeitteil des Ganztags an.)

90 Prozent finden's gut

Weitere Erkenntnisse: Drei Viertel der Kinder gehen gern zur Schule, obwohl ein Großteil der Kinder den Schulalltag "anstrengend" findet. 90 Prozent der Schüler/innen treiben Sport, nennen aber bei ihren Freizeitbeschäftigungen an erster Stelle: Fernsehgucken! Viele Kinder lieben traditionelle Sportarten wie Fußball oder Schwimmen, wünschen sich in der Schule aber mehr Neuerungen im Sport.

Auch wenn die Diplomarbeit noch nicht fertig gestellt ist, kann bereits verraten werden, dass sich sowohl die Erziehungsberechtigten als auch die Kinder insbesondere Sportangebote wünschen, in denen die Schüler/innen neue Sportarten wie Skaten, Klettern oder Parcours ausprobieren können. Einig sind sich Kinder und Erwachsene zudem in dem Wunsch nach Computerangeboten. Deutlich unterscheiden sich die Wünsche der Eltern an den Schulbetrieb von denen ihres Nachwuchses bezüglich des gewünschten Förderunterrichts: Sie legen viel Wert auf Förderangebote, die bei den Kids (wen wundert's) nicht so hoch angesehen sind.

Kristina Kochale fiebert der Abgabe ihrer Diplomarbeit entgegen. Die Dozentin in Köln wartet schon...

Dirk Bohlen in DER WESELER vom 4.8.2010

DAS STUDIUM

Die Deutsche Sporthochschule Köln bietet für Sportstudenten jede Menge   Möglichkeiten. Kristina macht ihren Abschluss mit dem Schwerpunkt Freizeit & Kreativität. Außerdem studiert sie das Fach Deutsch im Lehramtstudiengang an der Universität Köln.

ABITUR: 2004

Ihr Abitur am KDG machte Kristina (heute 25 Jahre) im Frühjahr 2004. Ihre Familie lebt in Bislich. Sie hat eine ältere Schwester (28) und einen jüngeren Bruder (17). Ihre Sport-Gene hat Kristina von ihrem Vater Burkhard, der früher erfolgreich in Wesel und Umgebung Handball spielte und trainierte.

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