KDG-Lehrer lesen

 

Schummriges Kerzenlicht flackerte in leer gefegten Gängen. In der Pausenhalle herrschte ungewohnte Stille. Bei der 4. KDG-LiteraTour im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Wesel liest" hatten Literaturfreunde Gelegenheit, das Konrad-Duden-Gymnasium von einer neuen Seite kennen zu lernen. Die Lesereise führte zu ganz alltäglichen Orten in der Schule, aber auch zu Räumen, die der Öffentlichkeit normalerweise verborgen bleiben. Sieben Lehrer hatten zu den jeweiligen Leseorten passende Texte ausgewählt, die sie in kleinen Zeiteinheiten von zehn bis fünfzehn Minuten vortrugen.

Christine Benning-Cebula und Sabrina Mulrain gingen zuerst an den Start. Die Sporthalle war das perfekte Ambiente für die Kurzgeschichte "Der Hase" von Leo de Reus. Die Erzählung handelte von einem 10 000-Meter Lauf mit überraschendem Ende und der Moral, dass Siegen im Sport nicht alles bedeuten muss.

Ausgestattet mit bunt leuchtenden Knicklichter-Armbändern führte die Tour die Gäste weiter in die dunklen Tiefen des Schulgebäudes. Mit Grubenhelm, Bergarbeiterkluft und geschwärztem Gesicht betrat Peter Fobbe den düsteren "Stollen" und las im Schein seiner Taschenlampe aus Graf Alexander Stenbock-Fermors „Meine Erlebnisse als Bergar­beiter". Im Text schildert der Graf, der selbst in den 20er Jahren im Ruhrgebiet im Bergbau tätig war, das harte Leben unter Tage.

Auf dem Chefsessel Platz neh­men durfte Melanie Zimmermann. Im Zimmer von Schulleiter Dr. Heinzgerd Schott gab sie satirische Einblicke in den Lehreralltag. Der Auszug aus Markus Orths „Lehrer­zimmer" berichtete vom Vorstel­lungsgespräch eines jungen Leh­rers beim tyrannischen Direktor. Nach einer kleinen Pause mit Um­trunk ging es im Musikraum mit Jazzklängen und einem kurzen Film über Charlie Parker weiter, vorgestellt von Alfred Opel.

In die farbenfrohe Welt des Thea­ters entführte Sonja Großbölting - auf einem Podest in der Pausenhal­le sitzend - mit einem Textstück aus Irmgard Keuns „Das kunstseidene Mädchen". Zum Schluss fanden sich die Teilnehmer der LiteraTour in einem Klassenzimmer wieder, wo Peter Schleußer mit Robert Wal­ser die Ansichten eines fiktiven Schülers „Über den Nutzen und die Notwendigkeit der Schule" näher beleuchtete.

Schüler des Literaturkurses von Christine Walkenhorst halfen bei der Organisation der LiteraTour am Konrad-Duden-Gymnasium.

CORNELIA KRSAK in RP vom 24.9.2010

 
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