Hoffen, dass der Ganztag zieht

 
 

Pädagogischer Testfall: Im August startet am Duden-Gymnasium der Ganztag für die Fünftklässler. Folge: Die Zahl der Stunden steigt um 6 auf 36. Die Eltern haben bei Infotagen positiv auf das Konzept reagiert.

VON KLAUS NIKOLEI in RP vom 30.1.2010.

WESEL Dr. Heinzgerd Schott, Direktor des Weseler Konrad-Duden-Gymnasiums, stehen äußerst wichtige Tage ins Haus. Denn vom 8. bis einschließlich 10. Februar läuft an seiner Schule die Anmeldephase für die neuen fünften Klassen - der erste Jahrgang, der am KDG im verpflichtenden Ganztag unterrichtet wird am zweiten Gymnasium im gesamten Kreis, das den Ganztag anbietet. "Das ist eine Situation, die schon ein wenig nervös macht", gibt Dr. Schott zu. Denn ob und wie sich das Anmeldeverhalten der Eltern, bedingt durch die Erweiterung der Stundentafel von 30 auf 36 verändert, mag der Schulleiter nicht  vorauszusagen. "Da gibt es einfach keine Erfahrungswerte."

Training ab Schulstunde anerkannt

Was ihn vorsichtig optimistisch stimmt ist die Tatsache, dass der Tag der offenen Tür im November und die anschließenden Eltern-Infoabende so gut besucht waren wie immer. Die Lehrer haben viele positive Rückmeldungen erhalten. "Verunsicherte Eltern hat unsere Zusage beruhigt, dass an den drei langen .Lerntagen' - montags, mittwochs und donnerstags - 80 bis 90 Prozent der Hausaufgaben unter Anleitung der Fachlehrer in den wichtigsten Fächern bereits erledigt sind, wenn die Schule erst um 15.40 Uhr endet", beschreibt Dr. Schott einen der wichtigen Bausteine des neuen pädagogischen Konzeptes. Nur Vokabeln müssen weiterhin zu Hause gelernt, Referate vorbereitet, Lektüre verinnerlicht werden. Was ändert sich mit dem Ganztag noch?

ARBEITSGEMEINSCHAFTEN

An einem Nachmittag pro Woche, der zu den drei "Lerntagen" gehört, werden den Kindern unter anderem musikalische, künsüerische oder sportliche (Entspannungs-)Angebote gemacht. Alternativ können die Kin­der aber weiterhin an jedem x-be­liebigen Tag Kurse der Musikschule besuchen,   an   (Pfadfinder-)Gruppenstunden oder am Training ihres Sportvereins teilnehmen. In sol­chen Fällen werden zwischen dem KDG und dem jeweiligen Verein, Kirchengemeinde oder der Musik­schule Kooperationsvereinbarun­gen abgeschlossen und diese au­ßerschulischen Aktivitäten als Schulstunden anerkannt. Ein Vor­teil. „Es haben sich schon zahlrei­che interessierte Vereine bei uns ge­meldet", freut sich Dr. Schott.

LEHRERSTELLEN

Mit der Ernennung zum Ganztagsgymnasiums erhält die Schule von der Bezirksregie­rung einen 20-prozentigen Lehrer­zuschlag pro Schüler in Klasse fünf. So können zusätzliche (Förder-)Angebote realisiert werden. Im Kreis Wesel gibt es bislang nur ein Ganztagsgymnasium: die Europaschule Rheinkamp in Moers mit konstan­ten Anmeldezahlen.

MENSA

Mittelfristig soll die Ausgabe­küche räumlich erweitert werden.

INFO

80 Pädagogen. Derzeit besuchen 1150 Schüler das Konrad-Duden-Gymnasium im Schulzentrum Nord (Feldmark). Sie werden von 80 Pädagogen (70 Vollzeitstellen) unterrichtet.

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