Ganztag am KDG läuft gut

 

Dr. Heinzgerd Schott, Direktor des Konrad-Duden-Gymnasiums, zieht kurz vor dem Tag der offenen Tür erste positive Bilanz des verpflichtenden Ganztages. Nachfrage der Fünftklässer nach den Schul-AGs übertrifft Erwartungen.

VON KLAUS NIKOLEI in RP vom 18.11.2010

WESEL Dr. Heinzgerd Schott, Direktor des Weseler Konrad-Duden-Gymnasiums, ist bester Laune. Kein Wunder. Befürchtungen, dass der zu Beginn des Schuljahres gestartete, verpflichtende Ganztag in Klasse fünf mit 36 Wochenstunden zu einem veränderten Anmeldeverhalten hätte führen können, haben sich als unbegründet erwiesen. Und ganz offensichtlich kommen die Eltern und vor allem die 126 Kinder der fünf fünften Klassen mit dem Ganztag gut zurecht. "Wenn schon G 8, dann am ehesten mit dem Ganztag, weil Ausgleichsstunden da sind", sagt Dr. Schott im Vorfeld des Tages der offenen Tür am Samstag, 27. November. Um 10 Uhr sind Viertklässler und deren Eltern willkommen.

21 Kooperationspartner

Zu den Ausgleichsstunden im KDG zählen jeden Mittwoch in der 7. und 8. Stunde die Arbeitsgemeinschaften. Die Auswahl ist groß: Zirkus-Projekt, Fitness-AG, Leichtathletik, Gitarrenkursus, Tastaturschreiben, Experimente, Werken. 81 der 126 Fünftklässler haben sich für einen der Kurse entschieden. Alternativ können die Schüler aber auch weiterhin zum Fußball-Training, zur Pfadfinder-Gruppenstunde oder zum privaten Musikunterricht gehen. Die in solchen Fällen mit insgesamt 21 Vereinen, Kirchengemeinden und Musikschulen geschlossenen Kooperationsvereinbarungen werden als Schulstunden anerkannt. Von dieser Möglichkeit machen 45 Kinder Gebrauch. "Weil unser AG-Angebot aber so attraktiv ist, gibt es auch Schüler, die weiterhin in ihren Vereinen aktiv sind und mittwochs trotzdem das Angebot der Schule wahrnehmen", freut sich Dr. Schott.

Mit Salz wird experimentiert

Eines der beliebtesten Angebote ist der Experimentierkursus von Elke Luce. Die Mutter zweier KDG-Schülerinnen ist ausgebildete Biologie- und Chemielehrerin und weiht ihre 15 Schützlinge in die Geheimnisse des Salzes ein. "Ich freue mich schon morgens auf die AG am Nachmittag, weil ich so gerne experimentiere", sagt Antonia Vongehr (10) aus Lackhausen. Zusammen mit Joshua Gallus (10) aus Hamminkeln hat sie Salz auf einen Eiswürfel gestreut. Ein zweiter taut so vor sich hin. "Wir schauen jetzt, wie lange beide zum Schmelzen brauchen", erklärt Joshua. Nebenan im Werkraum bastelt Lehrer Josef Blind mit sechs Mädchen (!) und einem Jungen Marionetten. "Die Arbeit mit Holz und Bohrern macht Spaß", sagt Janna Maciejewski (10) aus Büderich, die immer schon gerne gebastelt hat. "Außerdem kann man sich dabei so gut erholen."

INFO: Größeres Lehrerzimmer

Viel zu klein ist das KDG-Lehrerzimmer für das 85-köpfige Kollegium geworden. Nun wurden Mauern eingerissen und der Raum um ein ehemaliges Stück Flur erweitert. Was fehlt, sind noch einige Möbel. "Die haben sehr lange Lieferzeiten", sagt Direktor Dr. Schott. Abgeschlossen ist mittlerweile die Flachdachsanierung.

 
 

Am Konrad-Duden-Gymnasium finden die Arbeitsgruppen bei den Fünftklässlern eine große Resonanz

Joachim Freund in NRZ vom 18.11.2010

Wesel. Der Tag ist lang - schon für Fünftklässler. Erst die Schule und dann auch noch Fußball. Und Gitarre, Diabolo, Angeln. Phillip macht all dies, und nun hat er auch noch Nachmittagsunterricht. Der Zehnjährige gehört zu den 126 Schülerinnen und Schülern, die am Konrad-Duden-Gymnasium als die ersten "Ganztägler" gestartet sind. Dort bemüht man sich darum, dass Schule Außerschulisches nicht verdrängt, wie das in anderen Fällen passiert. "Wenn G 8, dann mit Ganztag", sagt Schulleiter Dr. Heinzgerd Schott. Das sei die Chance, im komprimierten Lernalltag Ausgleiche zu schaffen. Ob das funktioniert? Erste Eindrücke sprechen dafür.

Wenn die Kinder an langen Tagen wie gestern um vier zu Hause sind, sei das anstrengend und schon "eine Umgewöhnung", sagt Phillip. Aber er weiß zu schätzen, dass es eine Mittagspause gibt, in der er in der Mensa essen und danach je nach Lust und Laune draußen aktiv sein, im Pavillon lesen oder sich ausruhen kann. Eine Aufsicht sorgt im Zweifelsfall für Ruhe. Gut sei auch, dass die Hausarbeiten nun Bestandteil des Schulalltags sind. Beim Lernen der englischen Vokabeln, zeigt sich, geht das allerdings schlecht. "Es bleiben Reste für zu Hause", so Dr. Schott.

Unter sieben Pflicht-Arbeitsgemeinschaften können die Schüler auswählen. Stattdessen können sie aber auch ihr Engagement in Vereinen, bei der   Musikschule oder den Pfadfindern anrechnen lassen. 45 von ihnen tun dies - für insgesamt 21 Einrichtungen, darunter sieben Fußball- und eben so viele andere Sportvereine. Dieses Bündnis mit "außerschulischen Partnern" dient der Bewahrung der Freizeitaktivitäten.

Nicht erwartet hatte Dr. Schott, dass sich so viele Fünftklässler für die Arbeitsgruppen entscheiden. Von 81 Teilnehmern wählten 23 die Truppe des Schulzirkus' Butterfly, 15 die naturwissenschaftlichen Experimente, 14 das Tastaturschreiben mit der VHS, neun die Fitness-AG, acht den Gitarrenkurs, je sechs Werken und Leichtathletik (mit dem Weseler TV). "Die Schüler sollen etwas Zusätzliches für sich selbst gewinnen können", sagt der Direktor zu dem Angebot. Bislang wolle keiner aufhören. Im Gegenteil: drei weitere wollten noch nachrücken, und einige machen trotz Vereinstätigkeit mit. In der Werk-Gruppe von Lehrer Josef Blind werden gerade Marionetten gebastelt. Kirsten aus der 5 d und die anderen lernen den Umgang mit Material und Werkzeug und finden das entspannend. Währenddessen finden Phillip und seine   Mitschüler der Experimentier-AG heraus, warum Salz als Streumittel verwendet wird. Das macht fast soviel Spaß wie neulich mit dem Bunsenbrenner. Und es kann, wie er schon erlebt hat, sogar in Vaters Firma nützlich sein, die er mal übernehmen will. AG-Leiterin Elke Luce, Mutter einer Schülerin, knüpft nach 23 Jahren an ihre berufliche Tätigkeit an. Ihr macht es "riesig Spaß".

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