Duden-Stadtwette

 

VON CORNELIA KRSAK in RP vom 13.10.2010

WESEL Die Weseler sind zu bescheiden, um ihre guten Schulnoten in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Anders ist kaum zu erklären, dass die Stadtwette von Dr. Heinzgerd Schott für die Bürger der Duden-Stadt verloren ging. Der Rektor des Konrad-Duden-Gymnasiums hatte gewettet, dass die Weseler es nicht schaffen, 30 Zeugnisse mit der Note "sehr gut" im Fach Deutsch vorzulegen. Zum Duden-Bauwagen wurden nur 16 Zeugnisse gebracht. "Ich weiß gar nicht, ob ich froh sein soll oder traurig", kommentierte Wettsieger Schott das Ergebnis.

Schmuck aus Standardwerken

Seinen Wetteinsatz will der KDG-Chef auf alle Fälle trotzdem einlösen. In einer sozialen Einrichtung wird der Schulleiter eine Lesung halten. "Am liebsten wäre mir das Altenheim am Springendahl. Das liegt unserer Schule am nächsten", sagte Schott. Weitere Vorschläge können jedoch gerne im Sekretariat des Konrad-Duden-Gymnasiums eingereicht werden. Nach Möglichkeit möchte Schott auch Schüler des Gymnasiums für die geplante Lesung gewinnen. Der Rektor verspricht einen gemütlichen Abend mit "interessanten, lustigen und kurzweiligen Geschichten".

Am Konrad-Duden-Bauwagen starteten am Samstag im Rahmen der "Ab in die Mitte"-Aktion "Wesel Vorbild(lich) - Umbau mit Köpfchen" gleich mehrere Aktionen rund um das Thema Sprache und Rechtschreibung. Schüler des Konrad-Duden-Gymnasiums sprachen Passanten an und luden dazu ein, sich an einem Quiz zur neuen Rechtschreibung zu beteiligen. Nach   dem   Ausfüllen   legte   Dr. Schott zwar nicht den Rotstift an, erklärte aber auf Nachfrage gerne die Regeln. Alle anderen konnten die richtigen Lösungen auf der Rückseite des Fragebogens selbst nachlesen. Lydia Hartmann zeigte Schmuck und Kunstwerke, die sie aus den Seiten alter Duden-Ausgaben gestaltet hatte, darunter Ringe und Ketten aus Papier, sowie in Buchseiten gewickelte Pralinen. "Frau Duden" führte als Collage am Bauwagen ihren kleinen Papierhund an der Leine Gassi. "Zum Duden hat jeder eine Verbindung. Man wächst damit auf, hat aus seiner Schulzeit gute oder schlechte Erinnerungen", sagte Hartmann.

An dem Thema habe sie besonders der kommunikative Aspekt gereizt. "Ich habe schon eine Anfrage vom Konrad-Duden-Museum in Bad Hersfeld, ob ich meine Sachen dort ausstelle", erzählte Hartmann. Vor dem Kaufhof stellte die Werbegemeinschaft das Projekt Notinseln vor (RP berichtete). Fünf Könner der Disziplin Poetry-Slam - einer Art Dichterwettstreit, in dem selbst geschriebene Texte in einer bestimmten Zeit vorgetragen werden - traten im Anschluss an die Stadtwette auf.

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