Vier haben Abitur mit einer 1,0

 

Das hat es am Weseler Konrad-Duden-Gymnasium noch nicht gegeben: Gleich vier Schüler haben ihr Abi mit der Traumnote 1,0 bestanden. Schülersprecher Henrik Dreyer (18) ist einer von ihnen. Die RP fragte ihn, wie das geht.

VON KLAUS NIKOLEI in RP vom 20.6.2009

WESEL Hätte sich Henrik Dreyer nicht kurz vor der heißen Phase der Abiprüfungen den Fuß gebrochen, wer weiß, wie es dann um seine Ar­beitsmoral bestellt gewesen wäre. „Ich saß wegen der Verletzung viel zu Hause rum und gedacht, da könnte ich auch ja auch gut lernen." Die Mühe hat sich gelohnt: Die bei­den Klausuren in seinen Leistungs­fächern Mathe und Physik hat er mit voller Punktzahl abgeschlos­sen. Ebenfalls die mündliche Prü­fung in Geschichte. In Englisch (Grundkurs) gab's zwölf Punkte. Unterm Strich eine 1,0.

Antrieb: Besser als Schwester sein

Henrik ist übrigens nicht der Ein­zige, der am Konrad-Duden-Gym­nasium dieses Meisterstück voll­bracht hat: Bei der Übergabe der Zeugnisse heute in der KDG-Aula wird Schulleiter Dr. Heinzgerd Schott insgesamt vier Entlassschü­lern zu dieser Traumnote gratulie­ren (siehe Info). „Von uns Vieren bin ich noch der Schlechteste", sagt Henrik und lacht. 1,0 - wie macht man das? Henrik, mit dem sich die RP am Kornmarkt getroffen hat, zuckt mit den Schultern. „Physik und Mathe haben mich schon im­mer begeistert. In Englisch und Ge­schichte bin ich erst so ab Klasse 11 gut geworden, hatte in den Jahren zuvor auch mal eine vier." Außerdem hatte er den Ehrgeiz, besser als seine ältere Schwester (1,5) zu sein. Mit so einem Abi steht einem die (Berufs-)Welt offen. Doch noch weiß der 18-Jährige aus der Feld­mark nicht recht, wie's weitergeht. „Erstmal gehe ich ab Herbst für ein Jahr nach Montpellier, um dort in einer evangelischen Kirchenge­meinde ein freiwilliges soziales Jahr zu absolvieren."Betreuung von Ob­dachlosen, Bibelschule, Hausauf­gabenbetreuung stehen auf dem Programm. Französisch spricht er übrigens nicht. „Nach einem Jahr klappt das fließend", ist Henrik Dreyer überzeugt.

Klar käme danach ein Physik­ oder Mathe-Studium in Betracht. Vielleicht auch Jura. Denn Henrik Dreyer war in den letzten beiden Jahren aktiv in der Schulschieds-Stelle des Schulamtes für den Kreis Wesel. In dem Gremium spricht eine Gruppe von drei Schülerver­tretern mit auffällig gewordenen Jugendlichen Klartext. „Das hat oft Wirkung gezeigt. Und mir hat diese Sache Spaß gemacht." Spaß berei­tet ihm auch das Musizieren. In der Abi-Band spielt er als Ersatzmann Gitarre. Seine wahre Liebe aber ge­hört dem Klavier. Seit er zwölf ist, nimmt er Unterricht, begleitet die Gruppe Gospeltrain im Willibrordi-Dom. „Gerne hätte ich Musik stu­diert. Aber dafür reicht es nicht." Sein Traum? „Ein Yamaha-Flügel -und die dafür nötige Wohnung."

INFO Sponsoren gesucht

Mit einem Abi von 1,0 verlassen Theresa Rueter, Karla Wagner, Kira Latzke und Henrik Dreyer das KDG. Dreyer absolviert im Auftrag der Evangelischen Kirche im Rhein­land ein freiwilliges soziales Jahr in Frankreich. Einen Eigenanteil der Kosten muss er mit Hilfe von privaten Sponsoren decken. Pro Monat benötigt er 150 Euro. Zusa­gen für 70 Euro hat er bereits. Kontakt Telefon 028164966

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