Der Stress des Filmemachers

 


Die Plätze an den Filmhochschulen Europas und der Welt sind rar. Jung-Regisseur Mattheusz Madry hat’s geschafft, er studiert in Polen. Für ein Filmprojekt kam er zurück nach Wesel.
VON MALTE SCHMITZ in RP vom 22.7.2009.

WESEL "Klappe... und Action!" Diese drei magischen Worte lassen das Herz eines Regisseurs höher schlagen. So steht auch Matteusz Madry, Weseler Jungregisseur an der Warschauer Filmhochschule in Polen, am Filmset immer unter Hochspannung. "Manchmal hat man extreme Stressphasen, wenn viele Projekte auf einmal kommen. Wir müssen alles zu bestimmten Dead-lines produzieren und die Filme rechtzeitig abgeben", so Madry. Jetzt kam er wieder nach Wesel, um eine Reportage über seinen ehemaligen Squash-Trainer des PSV-We-sel, Hans-Herrmann Köster, zu drehen.

Seit einem Jahr arbeitet der Weseler schon an der "Filmhochschule Warschau von Linda und Slesicki" in der Hauptstadt Polens. Der Gang dorthin war keineswegs ein Zuckerschlecken. Die Plätze an den Filmhochschulen Europas und der Welt sind rar. Mit dem am Auesee und Umgebung realisierten Filmprojekt "Star Wars-The Dark Lord" (RP berichtete) stand für Madry der endgültige Entschluss zum Filmemachen fest. Mit seinem Streifen "Complicated" gelang ihm dann der Sprung ins Regiestudium.

Erotik Im All

Der Alltag eines Regiestudenten ist alles andere als stressfrei. "Bei uns gibt es nur eine einzige Studentenparty im Jahr! Die Filmstudenten treffen sich lieber in Cafes, um über künftige Projekte zu diskutieren", berichtet Madry. Auch die Stundenpläne sind variabel ausgelegt. Jede Woche müssen sich die Studenten auf neue Abläufe einstellen. Fächer wie Regie und Kameraführung, Polnische Filmgeschichte, Analyse und Erarbeiten von Drehbüchern, Dokumentarfilm und Filmproduktion stehen täglich auf dem Programm. Die Praxis steht dabei jedoch immer im Vordergrund. "Als Regiestudent habe ich alle Fächer zusammen mit den Kameraleuten. So wird im Team viel selbstständig bewältigt. Die Schule ist allgmein sehr praxisorientiert", erklärt der angehende Regisseur.

Statt Klausuren stehen Filmprojekte auf dem Programm. Aktuell soll ein zweiminütiger Streifen zum Thema Erotik erstellt werden. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt: "Erotik im All, also in der Schwerelosigkeit, wird unsere Problematik im Projekt sein", so Madry. Bei seiner Reportage in Wesel konnte Madry seine Familie wieder in die Arme schließen. Schon für seine letzte Kurzfilmreihe um die Verbrecher Jango und Bob musste eine alte Scheune in Lackhausen herhalten. Auf seiner Homepage hat Madry alle bis dato realisierten Filme zum Anschauen online gestellt.

INFO Schwerpunkte

Regisseur Matteusz Madry (21) aus Wesel produziert seit seiner Jugend Filme. Seit einem Jahr ist er an der Filmhochschule Warschau als Regisseur tätig. Seine Filme haben unterschiedliche Schwerpunkte. Von Gangstergeschichten wie "Jango und Bob" bis zu philosophischen Sujets mit "Pla-to's Light" und Science-Fiction-streifen ä la Star Wars mit "The Dark Lord" ist für jeden Geschmack etwas dabei. Auf Madrys Homepage stehen seine Filme online zur Verfügung. www.madry-films.com

© 2018 Konrad-Duden-Gymnasium Wesel. All rights reserved.