Weseler auf der Spur der Tour

 

Christoph Uplawski und Dr. Karsten Becker absolvierten im Juni 60 Prozent der Tour-de-France-Strecke mit dem Rennrad. Dabei waren die Bergetappen die größte Herausforderung. Tolle Landschaften pflasterten ihren Weg. VON THOMAS PETRIKOWSKI in RP vom 15. Juli 2008

WESEL Ein Mal die Tour de France zu fahren, ist für jeden begeisterten Rennradfahrer ein großer Traum. Die Flachlandetappen und das Zentralmassiv sind selbst für Stefan Schumacher und Co eine riesige Herausforderung. Dieser haben sich im vergangenen Monat Chris­toph Uplawski (23) und Dr. Karsten Becker (44) gestellt, die 60 Prozent der offiziellen Tour-de-France-Strecke mit ihren Rennrädern ab­solvierten. Insgesamt 1200 Kilome­ter legten die Rennradfahrer in 16 Tagen zurück. „Das war eine traum­hafte Erfahrung", sagt Christoph Uplawski begeistert. Stefanie Deing, Freundin von Becker, be­gleitete die Männer mit einem Ser­vice-Wagen, um bei Pannen oder Notfällen direkt zur Stelle sein zu können.

Startschuss in Brest

Der Startschuss fiel für das ra­delnde Duo in Brest, wo auch die Tour-de-France jetzt begann. Die ersten vier Tage wurde das französi­sche Flachland mit Tagesstrecken bis zu 150 Kilometer über Auray und Nantes erobert. Dann folgte die größte Herausforderung für die Hobby-Rennfahrer: das Zentral­massiv. Dieser Teil der Tour ist ge­spickt mit hohen Bergen mit teil­weise extremen Steigungen. „Die Berge machen einen fertig. Abends fällt man nur noch erschöpft ins Bett", sagt der 23-jährige Uplawski, der Patient des Blumenkamper In­ternisten und Kardiologen Dr. Kars­ten Becker ist. Becker absolvierte die komplette Tour-de-France-Strecke schon einmal vor 15 Jahren und weckte bei dem 23-jährigen Fitnesstrainer schnell das Interesse fürs Rennrad. Seit März 2007 berei­tete Uplawski sich kontinuierlich auf die wohl größte Anstrengung in seinem bisherigen Leben vor. Im Zentralmassiv hat er besonders an den Col du Tourmalet in den Pyre­näen nicht die allerbesten Erinne­rungen. „Der war besonders fies", erinnert sich Christoph Uplawski, der beim Weseler Turnverein als Fitnesstrainer arbeitet. Bei Steigun­gen bis zu 15 Prozent mussten sich die beiden Sportler manchmal sprichwörtlich „hochquälen".

... und jetzt die Giro-Strecke

Doch es gab auch durchaus über schöne Seiten zu berichten. „Die Aussicht und die Landschaft in den Pyrenäen war wunderschön", fin­det Uplawski. „Auf dem 2114 Meter hohen Col du Tourmalet ist alles voller Nebelschwaden und viele Schaf-, Kuh- und Pferdeherden kreuzen deinen Weg - einfach nur traumhaft." Und auf der Spitze des größten Straßenpasses der Pyrenä­en ist es im Sommer lediglich zehn Grad Celsius warm.

Einen Wermutstropfen gab es je­doch zu verzeichnen: das angepeil­te Ziel, unbedingt L'Alpe d'Huez zu erklimmen, ist geplatzt. „Wir hatten einfach keine Zeit mehr", sagt Uplawski etwas enttäuscht. Er freut sich aber auf 2009. Dann lockt in Italien die Giro-Strecke. 

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