Studentenleben in China

 

KDG-Schülerin Julia Brosa absolvierte im Reich der Mitte ein Uni-Praktikum und lernte die gastfreundliche Seite des Landes kennen. Von Spezialitäten wie Muräne oder Kröte ließ sie trotzdem lieber die Finger.

VON CORNELIA KRSAK in RP vom 21.7.2008

WESEL Über China war in den Me­dien zuletzt wenig Positives zu hö­ren. Die Proteste in Tibet bestimm­ten die Berichterstattung. Julia Brosa hat das Land im Vorfeld der Olympischen Spiele von seiner gastfreundlichen Seite kennenge­lernt. Die 15-jährige Weselerin war für zwei Wochen in der Volksrepu­blik und absolvierte ein Praktikum an der Shanxi University of Finance and Economics in Taiyuan. Julias Vater Hans Brosa ist Professor an der Fachhochschule für Ökonomie und Management in Essen und be­treut in Taiyuan ein Projekt für chi­nesische Studenten.

Campus wie eine kleine Stadt

Mit ihrem Cousin Marcel Kühl trat Julia, die das Konrad-Duden-Gymnasium besucht, den langen Flug von Frankfurt nach Peking an. Auf dem Uni-Campus im fünfhun­dert Kilometer entfernten Taiyuan wohnten sie im Hotel, in dem wäh­rend des Semesters die Dozenten leben. „Auch die Studenten müssen auf dem Campus bleiben. Für sie gibt es Wohnheime", erzählt Julia. Das Universitätsgelände sei fast wie eine eigene Stadt. „Es gibt kleine Geschäfte und Bäckereien, in de­nen man das Nötigste kaufen kann", berichtet die Schülerin.

Drei Tonlagen - drei Bedeutungen

Die Essener FH bietet dort Sprachunterricht und deutsche Lehrveranstaltungen an. In den Vorlesungen lernte Julia viele chi­nesische Studenten kennen. „Meis­tens haben sie gefragt, wie es in Deutschland ist", erzählt Julia. Überall sei sie sehr freundlich auf­genommen worden. Mehr als fünf Worte Chinesisch habe sie nicht ge­lernt. „Die Sprache ist ziemlich schwierig. Man kann ein Wort in drei Tonlagen aussprechen und es hat jedes Mal eine andere Bedeutung", erklärt Julia. Die Stadt erkun­deten sie und ihr Cousin meist auf eigene Faust mit Bus oder Taxi. „Ich habe mich persönlich in China sehr sicher gefühlt", so die Weselerin. Von politischen Unruhen habe sie nichts mitbekommen.

Eine ständig präsente Gefahr sei dagegen der hektische Straßenver­kehr. „Die Hauptstraße in Taiyuan ist vierspurig. Wer da rüber will, muss sich zwischen den Autos durchschlängeln", berichtet Julia. Smog und kühle Temperaturen lie­ßen keine Stimmung aufkommen. Auch das chinesische Essen war nicht immer ein Genuss. An exotische Spezialitäten wie Muräne oder Kröte habe sie sich lieber nicht he­rangewagt. „Es gab aber auch ganz normale   Sachen  wie   Schweinefleisch oder Huhn", berichtet Julia. Neben Hilfstätigkeiten im Büro der FH habe sie an einem Tourist-Gui­de mit nützlichen Tipps für den China-Aufenthalt gearbeitet.

Ihre Aufzeichnungen will sie den deutschen Mitarbeitern der Uni zur Verfügung stellen, die zum ersten Mal nach China kommen. Sie selbst möchte das Abitur machen und dann vielleicht Kinderärztin wer­den. Das Praktikum habe sie ge­macht, weil sie das Uni-Leben in China einmal kennen lernen wollte. Und für eine spätere Bewerbung sei der Praktikums-Nachweis sicher auch nicht schlecht.

INFO: Zum dritten Mal

Zwei Wochen dauerte die China­reise von Julia Brosa. Für sie war es bereits der dritte Aufenthalt in der Volksrepublik. Mit ihrer Familie besuchte sie ne­ben der Hauptstadt Peking unter anderem schon Shanghai.                                              

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