Mensch Meier - 666 Jahre

 
 

Die Weseler „Penne" steckt mitten in den Feier-Vorbereitungen

Feldmark. Ein besonde­res Jubiläum feiert das heutige „Konrad-Duden-Gymnasium" im Sommer dieses Jahres. Das sollte es auch. Schließlich war es lange Zeit ungewiss, auf wie viele Jahre das KDG überhaupt zurückblicken kann. Und auch einige „runde" Jubiläen nach der Feststellung der möglichen Gründungszahl - wie etwa das 600., das auf Grund des Zweiten Weltkrieges nicht gefeiert wer­den konnte - seien mit großer Wahrscheinlichkeit nicht be­rücksichtigt worden.

Nachforschungen

Erst durch einige Nachfor­schungen konnte etwa Dr. phil. Carl Julius Heidemann - von 1848 bis 1868 Lehrer am We­seler Gymnasium - anhand von Weseler Stadtrechnungen die Existenz eines „rector scolarum in Wesel" für das Jahr 1342 nachweisen. „Von da an gab es in dichter Folge Hinweise aus dem 14. Jahrhundert auf eine scola, deren Rektoren regelmäßig zu besolden und deren Gebäude ge­legentlich zu reparieren waren", schreibt Horst Schroeder in sei­nem Text auf der Homepage des heutigen KDG.

„Älteste Schule"

Laut Studienrat Konrad Schä­fer, der 1942 eine Artikelserie über die Höhere Schule verfasste, heißt es, dass Stadtrech­nungen aus der früheren Zeit (also vor 1342) nicht mehr vorhanden seien. Daher sei es mög­lich und sogar wahrscheinlich, dass die Gründung noch früher anzusetzen sei und die Schule mindestens so alt sei, wie die Stadt selber. Auf jeden Fall ge­höre Wesels „Hohe Schule" zu den ältesten des Rheinlandes. „Was hier als wahrscheinlich angesehen wurde, allerdings mangels Belege im Bereich der Spekulation blieb, wurde in jüngster Zeit bestätigt, als im Hinblick auf das Stadtjubiläum die Erforschungen der Vergangenheit Wesels intensiviert wur­den", heißt es seitens Schroeder. „In seinem Beitrag zur Stadtge­schichte verweist Martin Wil­helm Roelen auf eine Urkunde aus dem Jahre 1272, in der ein Heinricus magister scolarium unter den Zeugen genannt wird", ergänzt er weiter. „Damit ist zwar nicht die We­seler Lateinschule bis in das Jahr der Stadterhebung oder sogar darüber hinaus nachgewiesen, aber das seit Heidemann geltende Bezugsjahr 1342 ist um sieben Jahrzehnte zurückverlegt worden", schreibt Schroeder.

„Lückenlos"

Da die Schule aber seit 1342 ihre Leiter und Standorte lü­ckenlos nachweisen könne und sich auch seit Jahren offiziell als „gegr. 1342" ausweist, gel­te diese Jahreszahl als das Jahr der ersten urkundlichen Erwäh­nung einer bereits bestehenden

Schule. Somit blickt die ehe­malige Lateinschule, die später „Königliches", „Staatliches" oder „Städtisches Gymnasium", nach dem Neubau und Umzug schließlich „Gymnasium Wesel Nord" und seit Februar 1985 of­fiziell - nach einem berühmten Schüler der Schule, der im Jahre 1846 sein Abitur hier absolvierte - „Konrad-Duden-Gymnasium" heißt, auf stolze 666 Jahre Schul-Historie zurück.

Helena Libawski in DER WESELER vom 2.4.2008

 

Der ganze Artikel als pdf -  mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des WESELER hier ...

 

„Unbedingt weitersagen

Feldmark. Die Schul-Ge­schichte in Kürze: 1342 bis 1612 war die Lateinschule an der Niederstraße 4 beher­bergt; ab 1612 an der Beguinen-/Pergamentstraße (heute Apollo-Passsage); ab 1912 im heutigen Amtsgericht am Herzogenring. Für Schüler, die auf Grund des Zweiten Weltkrieges nicht zum Abi gekommen sind, wurden Son­derkurse im Pfarrheim Herz-Jesu eingerichtet. Wegen der Kriegs-Zerstörungen wurde der Schulbetrieb 1946 für alle im „Haus Eder", der „Schule im Grünen" in Blumenkamp, fortgesetzt. Am Herzogenring paukten Jungen und Mädchen nach der Renovierung ab Os­tern 1950 wieder gemeinsam, bis zum Auszug der Mädchen in ein eigenes Gebäude an der Ritterstraße im Jahre 1953. Seit 1979 ist das Gymi im Schul­zentrum Nord in der Feldmark beheimatet.

Ein kleines Stückchen die­ser Schul-Geschichte hat auch der jetzige Direktor, Dr. Heinz­gerd Schott, miterlebt: 1970 war sein Abi-Jahr. Dr. Schott studierte Sozialwissenschaften und Deutsch, bevor er 1977 die Stelle als Junglehrer an seiner alten Penne antrat. Und plötzlich waren seine ehemaligen Pauker seine Arbeitskollegen! Es sei schon ein komisches Gefühl ge­wesen „ich habe schließlich vor kurzem noch auf der anderen Theken-Seite gesessen", erzählt Schott, der diese Erfahrung als positiv beschreibt. „Der Erfah­rungs-Austausch hat allen gut getan", sagt er rückblickend. Denn so wie er die alten Lehrer-

hasen kurz nach seinem Uni-Abschluss auf den neuesten Stand der Fachwissenschaft bringen konnte, so konnten diese ihm umgekehrt ihre Erfahrungen aus der Praxis, der „anderen Seite" also, näher bringen. Nun ist Schott seit 2000 Schul­direktor seiner alten Schule: „Es hat einen gewissen Reiz an der Schule, in der man das Abi ge­macht hat. eine leitende Funktion auszuüben", sagt er und freut sich gemeinsam mit 70 Lehrern und 1150 Schülern auf das große Jubiläum unter dem Motto „666 Jahre Schu­le in Wesel".

Eingeläutet wird die Pro­jektwoche am Samstag, 30. August, mit einem Festgot­tesdienst im Dom. Anschlie­ßend folgt ein Rock-Konzert im KDG. Hier lassen es nicht nur jetzige, sondern auch ehemalige Schüler-Bands so richtig krachen. Viele ver­schiedene und interessante Programm-Punkte stehen auf dem Plan der großen Fest­woche, wie etwa die Zirkus-AG, Theater-Aufführungen, Orchester oder Musical und am Gala-Abend (Freitag, 5. September) gibt es ein „Best of“ im Bühnenhaus. Ein weiteres Highlight wird sicherlich das Ehemaligen-Treffen am Samstag, 6. September, sein, das in der Feldmarker Bür­gerhalle stattfindet. „Bitte unbe­dingt weitersagen, da wir keine individuellen Einladungen ver­schicken können", sagt Schott. Anfragen diesbezüglich können per E-Mail gestellt werden.

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