Kein Bild, kein Ton - wir kommen schon

 
NRZ vom 25.9.2008
 

Die Technik AG des Konrad-Duden-Gymnasiums arbeitet bei fast jeder Veranstaltung im Hintergrund.

Im Hintergrund läuft Musik aus „Fluch der Karibik". Scheinwerfer hüllen die Bühne in helles Licht. Bälle fliegen durch die Luft, Menschen sta­peln sich zur Pyramide. Tolle Akrobatik, mit der der Zirkus Butterfly sein Publikum immer wieder aufs Neue begeistert. Doch all das Talent der Mitwir­kenden kommt erst richtig zur Geltung durch die vielen Licht-und Ton-Effekte. Für die sorgt die „Light & Sound-AG" des Konrad-Duden-Gymnasiums unter Leitung von Lehrer Karl Hömberg.

Die „Techniker", das sind Kevin (19) und Niklas (15) Vogts, Dominik Bruns (16), Jan Hansens (16), Robert Münnich (17), Alexander Oslislo (15) und Sebastian Schellewald (15). Wann immer eine Veran­staltung in der Schule geplant wird - ob Theater-Aufführung, Musical-Show, Zirkus, Big Band-Auftritt oder Sportfest -die Jungs sind im Einsatz..

Wie aber genau läuft ihre Ar­beit ab? Das haben uns die Jungs verraten. Als erstes muss mit den Künstlern geredet wer­den, was für Vorstellungen sie für Licht, Ton und Gesamtat­mosphäre haben. Denn das ist natürlich jedes Mal anders. Dann müssen sie als nächsten Schritt alles „technisch reali­sieren", wie Karl Hömberg die Vorbereitung nennt. Anschlie­ßend wird der Saal dement­sprechend umgebaut bezie­hungsweise die Technik aufgebaut. Während der Aufführung sorgen dann die Jungs für tolle Effekte, und wenn anschlie­ßend alle anderen schon nach Hause gehen, ist der Abend für sie noch nicht vorbei. Alles muss wieder abgebaut werden. Die „Techniker" sind immer als Erste da und gehen als Letzte. Besonders viel Zeit haben die Jungen während der Jubi­läumswoche Anfang des Mo­nats in der Schule verbracht, sogar dort übernachtet. „Wir waren eigentlich nur zum Du­schen zu Hause", erzählt Jan. Für die Mitglieder war diese Woche ein Highlight ihrer Er­lebnisse in der „Light & Sound-AG". Dominik erwähnt aber noch ein weiteres: 2006 sind er und Robert nämlich mit der Musical AG nach Polen gefah­ren. Dort führte diese dann ihr Stück auf, die Jungs sorgten auch hier für die Effekte. Eben­falls spannend war die Erfah­rung bei der Zusammenarbeit mit dem Bühnenhaus anläss­lich der Jubiläumsgala zum 50-jährigen Bestehen: Auch hier arbeiteten die Schüler mit.

„Wie eine Sucht“

Aber wieso engagieren sie sich so? Jan erzählt, er sei ein­fach so „reingerutscht". „Das ist wie eine Sucht", meint er. Auch Sebastian macht die Ar­beit in der AG Spaß. Für Kevin ist das Ganze aber noch mehr: Er möchte das auch beruflich machen. „Fachkraft für Veran­staltungstechnik" ist die offi­zielle Berufsbezeichnung, er hat sich schon um eine Ausbil­dungsstelle beworben.

Die Jungs haben schon viel gelernt und Seminare der Fir­ma „Showcraft" besucht. Do­minik erzählt, dass sie dort zum Beispiel gelernt haben, Mikro­fone richtig „einzupegeln". Wenn jemand neu in die AG kommt, spezialisiert er sich zu­nächst auf einen Bereich, nach einigen Jahren kann aber ei­gentlich alles andere auch. Trotzdem hat natürlich jeder eine Lieblingsaufgabe: Sebasti­an beispielsweise macht am liebsten das Licht. „Das liegt mir am besten", verrät er.

1993/94 wurde die AG ge­gründet. „Es fing mit nichts an", erinnert sich Karl Hömberg. Man habe einen Gottesdienst feiern wollen, aber es gab noch nicht einmal Lautsprecher. Auch Bühnenlicht war nicht vorhanden. Eines Tages sei ei­ne Frau mit einer „Tüte un­brauchbarer Kabel" zu ihm ge­kommen und gemeinsam mit den ersten Jungs und einer klei­nen Ausstattung gründete man dann eine AG. Seitdem hat sich natürlich viel verändert. Mitt­lerweile ist die Technik-AG gut ausgestattet, dank des Förder­vereins. Dieser übernimmt auch die Versorgung der Trup­pe. „Ohne Cola geht gar nichts", sind sich alle einig und lachen.
Lisa Michelbrink in NRZ von Donnerstag, 25.9.2008.

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