KDG-Urgesteine sagen "Tschüss"

 


Porträts: Drei Lehrer, die Generationen prägten, verlassen das Konrad-Duden-Gymnasium: Volker Haubitz, Klaus Thomä und Dr. Nils Meier.

VON FRITZ SCHUBERT in RP vom 20.Juni 2008

M/ESEL Im Kollegium des Konrad-Duden-Gymnasiums (KDG) sitzen nicht mehr viele, die noch am Her­zogenring (Ende der 70er Jahre ver­lassenen, heute Amtsgericht) un­terrichtet haben. Heute werden in interner Runde solche Urgesteine verabschiedet, die ganze Schüler­generationen geprägt haben: Vol­ker Haubitz (Musik, Erdkunde), Klaus Thomä (Mathematik, Phy­sik), Dr. Nils Meier (Mathematik, Informatik). Sie sind verschieden wie ihre Schüler - und darin einig, dass sie an einer herausragend gu­ten Schule unterrichtet haben.

Ex-Schüler, Lehrer, Bürgermeister

Volker Haubitz (65) kennt sie gar seit Schülerzeiten. Der gebürtige Dresdner kam 1955 nach Wesel und gleich in die Quarta des Gymnasi­ums. Abitur, Studium in Köln und 1972 war er wieder da: „Um zu zei­gen, dass aus mir was geworden ist", sagt Haubitz. „Ich war kein be­sonders guter Schüler, wollte ei­gentlich Tontechniker werden." Musik ist seine Leidenschaft bis heute. Der Oberstudienrat geht nicht ganz. Wegen Lehrermangels im Fach Musik bleibt er mit sechs Wochenstunden auch als Pensio­när am KDG. Als Verfechter des ge­gliederten Schulsystems kam er im Kampf gegen die KOOP-Schule 1979 in die CDU, wurde 1981 Stadt­verbandsvorsitzender und war von 1984 bis 1989 Weseler Bürgermeis­ter. Stellvertreter ist Haubitz in die­sem Amt bis heute, außerdem Mit­glied in „etwa 20 Vereinen". Volker Haubitz freut sich auf Zeit für die Familie, möchte ein Musical schrei­ben und in der Politik aktiv bleiben.

„Wie im Beruf: immer gegen den Strom" war für den Oberhausener Klaus Thomä das Fahren nach We­sel nie ein Problem. Der Studiendi­rektor, seit 1974 dabei, geht mit 61 in die Altersteilzeit. Er freut sich aufs Reisen - zunächst nach Russ­land - und Zeit für seine zwei Enkel, möchte Italienisch lernen. Dem al­ten Gebäude am Herzogenring trauert der Physiker nach, weil es stabiler war. Vorbeidonnernde Kieslaster konnten Experimente nicht gefährden. Thomä: „Wenn hier jemand im ersten Stock hustet, wackelt das Erdgeschoss." Thomä ist sich übrigens mit seinem Mathe-Kollegen Dr. Niels Meier einig, dass die Zentralabi-Pannen in NRW „überflüssig und vermeidbar" wa­ren. Lag es doch in der Hand der Lehrer, die Klausuraufgaben auszu­wählen. Einig sind sie sich mit Hau­bitz, dass sich das Lehrer-Schüler-Verhältnis in den letzten Jahren deutlich geändert hat. Partner­schaftlicher gehe es zu. Auch weil Kindern heute der familiäre Rück­halt immer mehr fehle.

Studienrat Dr. Nils Meier (65), seit 1976 am KDG, stammt (hörbar) aus Darmstadt und hat das Thema seiner Doktorarbeit schon fast ver­drängt. „Irgendetwas mit lokal kon­vexen Räumen", sagt der Kirchhellener, der ungern auf seine Vergan­genheit als Wellenreiter an gespro­chen wird. „Kläglich versagt" habe er damals auf Hawaii, schon weil er in der falschen, sprich wellenlosen Jahreszeit dort war. Mit dem Klima am KDG kam er indes immer bes­tens zurecht. Dr. Meier lobt die Schulverfassung mit klaren Regeln und Konsequenzen für alle - Schü­ler und Lehrer. Für ihn bedeutet der Abschied, dass er „etwas bestanden und geschafft" hat.

INFO: Zwei Wechsel
Ariane Reiber (30) zieht es aus privaten Gründen nach Minden. Sie hat am KDG drei Jahre Deutsch und Politik gegeben. Barbara Wahl (31) geht mit etwas schwerem Herzen. Die Englisch­lehrerin hatte sich neu bewerben müssen und in Goch zugegriffen.

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