Ein kleiner Unterschied

 

im Klassenraum

SCHULE. Am Konrad-Duden-Gymnasium wird englischsprachiger Unterricht in den Fachern Politik, Geschichte und Erdkunde angeboten.

GABI SCHULTZE in NRZ vom 27.11.2008

WESEL. Im Prinzip ist es ganz gewöhnlicher Unterricht, den Lehrer Günther Bröckerhoff in der Klasse 7e des Konrad-Duden-Gymnasiums gibt. Es ist die vierte Stunde, auf dem Plan steht Erdkunde. Heute geht es um den tropischen Regenwald. Eigentlich alles ganz normal. Aber eben doch nur eigentlich, denn einen kleinen Unterschied gibt es dann doch: Im Klassenraum unterhalten der Lehrer und seine Schüler sich nicht in deutscher Sprache über Temperaturen, Sonnenstunden und Regenzeiten, sie reden Englisch.

Die Klasse 7e ist eine von denen, die dem bilingualen Zweig der Schule angehören. Am Ende der Stufe sechs können sich die Schüler aussuchen, ob sie ab der Klasse sieben gewöhnlichen Unterricht in deutscher Sprache erhalten oder bilin­gual weitermachen möchten. Dann werden sie in den Fä­chern Erdkunde, Geschichte und Politik in englischer Spra­che unterrichtet.

Ein Viertel der Schüler entscheide sich für den bilingualen Zweig, erklärt Günther Bröckerhoff, einer der vier Lehrer, die am Feldmarker Gymnasi­um englischsprachigen Unter­richt geben.

 

DIE LEHRER

Bilingualer Unterricht ist an deutschen Schulen mittlerweile so im Trend, dass es seit kurzem spezielle Studiengänge in diesem Bereich für angehende Lehrer gibt, er­klärt Günther Bröckerhoff. Auch bilinguale Referendariate werden bereits angeboten. Die Lehrer des Konrad-Duden-Gymnasiums, die eng­lischsprachigen Unterricht ge­ben, haben zwar nicht eine solche Ausbildung absolviert, da es die Angebote zu ihrer Zeit noch nicht gab, sie sind aber alle qualifizierte Englisch-Lehrer.

 

„Mittlerweile ganz normal"

SCHULE. Die Madchen und Jungen aus Günther Bröckerhoffs Erdkunde-Klasse finden den englischsprachigen Unterricht super. Das Konrad-Duden-Gymnasium ist die einzige Schule in Wesel, an der derzeit bilingualer Unterricht angeboten wird. Zu Beginn der Oberstufe können sich die Schüler, die sich für diesen Zweig entschieden haben, noch einmal aussuchen, ob sie dabei bleiben oder in den monolingualen Zweig wechseln mochten. Wer sich auch in der Oberstufe für die Zweisprachigkeit entscheidet, belegt den Englisch-Leistungskurs und bekommt dann Erdkunde-Unterricht in englischer Sprache. Von der Oberstufe sind So­phia von Berg und Marie-Therese Sahner zwar noch ein paar Jahre entfernt, aber schon jetzt sind die beiden Siebtklässlerinnen überzeugt, dass die Entscheidung für zweisprachigen Unterricht die richtige war. Zu Beginn des Schuljahres sei das zwar ganz schön ungewohnt gewesen, gibt die Zwölfjahrige zu. „Aber nun wird es immer leichter." „Es ist mittlerweile schon ganz normal, im Unterricht nur Englisch zu reden", fügt ihre Freundin Marie-Therese hinzu. „Mit dem Gong schaltet man einfach von Deutsch auf Englisch um." Anfängliche Unsicherheit sei längst komplett verschwunden, sagte die Schülerin. Auch Noah Smeets findet den etwas anderen Unterricht gut. „Man lernt viele Vokabeln, die man im Englischunterricht nicht lernt", so der Zwölfjahrige. „Ich würde mich jederzeit wieder für den bilingualen Zweig entscheiden." (gasch)

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