Die Welt lernt am KDG

 

Zehn Schüler aus sieben Ländern

WESEL (tpi) Das Konrad-Duden-Gymnasium ist international. Zehn Schüler aus sieben Ländern und vier verschiedenen Kontinenten werden ein Jahr lang in der elften und zwölften Klasse die Schulbank drücken. Drei sind schon seit Feb­ruar am KDG. Die größte Heraus­forderung für die Weltenbummler im Alter von 15 bis 18 Jahren, die in Gastfamilien leben, ist die deutsche Sprache. Doch das soll sich so schnell wie möglich ändern. „Ich will endlich Deutsch lernen", sagt die Mexikanerin Jimena Hernandez (17), die seit Anfang September in Deutschland ist. Sie will dem­nächst Elektrotechnik studieren und ist deshalb nach Deutschland gekommen. „Für diese Fachrich­tung ist das Land sehr gut geeignet", sagt sie. Bis dahin muss Englisch oder auch Spanisch zur Verständi­gung reichen. „Ich bin mir sicher, dass die Austauschschüler enorme Fortschritte machen werden und bald problemlos mit uns reden kön­nen", sagt KDG-Lehrerin Annette Oschilewski, die die jungen Leute betreut.

„Alles ist so sauber"

Die besten Beispiele dafür seien die drei Austauschschüler Jack Dixon (USA), Jessica Olischlager (Australien) und Mitchell Kam (Ma­laysia), die seit Februar in Wesel sind und mittlerweile gut Deutsch sprechen. Das will auch die Kolum­bianerin Monica Gomez schaffen, die in ihrer Heimatstadt Cali eine deutsche Schule besucht und schon Deutsch-Kenntnisse mit­bringt. „Mir gefällt es hier wirklich gut. Alle sind sehr nett und alles ist so sauber", findet die 16-Jährige. Die positiven Eindrücke überwie­gen eindeutig. Den aufregenden Besuchen in der Schalke-Arena oder im Centro in Oberhausen sol­len viele weitere folgen.

Ein Umstand macht einigen jun­gen Leuten aber doch zu schaffen. „Ich finde es hier furchtbar kalt", sagt die Mexikanerin Jimena Her-nandez. Ihre kolumbianische Lei­densgenossin Monica Gomez stimmt ihr nickend zu. „Das Wetter ist das Einzige, was ich hier nicht mag", sagt sie. Der aus Sankt Peters­burg stammende Maris Guzha (15) hat da weniger Probleme. Er hat schon zwei Jahre Deutsch in der Schule gelernt und will hier einige „nutzvolle Sachen" aufgrei­fen. Um fehlende Integration macht sich Oschilewski keine Sor­gen. „Unsere Schüler kümmern sich gut um die Neuen. Ich habe gar keine Bedenken", sagt sie.

Die zehn Austauschschüler im Konrad-Duden-Gymnasium sind: Jack Dixon (USA), Jessica Olischla­ger (Australien), Jesus Rivas (Vene­zuela) seit Februar; und seit Anfang des Monats Jimena Hernandez (Mexiko), Monica Gomez (Kolum­bien), Thomas Kolde (Brasilien), Maris Guzha (Russland), Kristen Woo und Nicholas Morgan Benson (beide USA).

 
 

 SCHULE. Zehn Jugendliche aus vier verschiedenen Kontinenten sind derzeit am Feldmarker Konrad-Duden-Gymnasium zu Gast. Sie möchten Deutschland, seine Sprache und Bewohner kennenlernen.
GABI SCHULTZE in NRZ vom 24.09.2008
WESEL. Da hat Jessica Ohligschlager nicht schlecht ge­staunt, als ihr kurz nach ihrer Ankunft in Wesel jemand ein Glas Wasser angeboten hat. „Das hat so gesprudelt", erin­nert sich die 18-jährige Austra­lierin. „Das kannte ich über­haupt nicht, und das schmeck­te erstmal ziemlich seltsam". Mittlerweile hat Jessica sich an Wasser mit Kohlensäure und auch an andere deutsche Ei­genheiten gewohnt, denn die Austauschschülerin lebt schon seit Januar in der Hansestadt. Sie ist somit die perfekte Bera­terin für weitere Jugendliche, die seit kurzem das Konrad-Duden-Gymnasium besuchen.

Zehn Mädchen und Jungen aus vier verschiedenen Konti­nenten sind derzeit als Austauschschüler am Feldmarker Gymnasium zu Gast - drei von ihnen seit Januar, die meisten anderen seit Beginn des neuen Schuljahres. Der letzte im Bun­de, Jesus Rivas aus Venezuela, ist erst vor wenigen Tagen am Niederrhein angekommen.

Sie alle wohnen in Gastfami­lien und besuchen für ein Jahr die Stufen zehn, elf und zwölf des Konrad-Duden-Gymnasi­ums. Es sind ganz unterschied­liche Gründe, die die Jugendli­chen zu einem Jahr in einem fremden Land bewogen haben. Mitchell Kam aus Malaysia bei­spielsweise wollte die westliche Welt kennenlernen, die sich in vielem von Asien unterschei­det, wie der 17-Jährige schnell bemerkt hat. „Das Essen zum Beispiel ist ganz anders", sagt Mitchell. „Die Deutschen es­sen jede Menge Brot. Aber ich finde es lecker."

Nicholas Morgan Benson aus den USA ist in Deutsch­land, um seinen Horizont zu erweitern und neue Leute zu treffen. Und genau das ist dem 18-Jährigen auch bereits nach wenigen Wochen gelungen. „Meine Gastfamilie und auch die Leute in der Schule sind alle total nett und hilfsbereit", be­richtet der Amerikaner. Über den Sport hat er zudem zahlrei­che weitere neue Bekannt­schaften geschlossen.

Für Jessica Ohligschlager gab es einen ganz besonderen Grund, sich Deutschland für ihr Austauschjahr auszusu­chen. „Mein Großvater kommt aus Düsseldorf, ich habe also deutsche Wurzeln", erzählt die Australierin. Vor wenigen Wo­chen ist sie von Wesel aus in die nordrhein-westfälische Lan­deshauptstadt gefahren und hat dort ihre Verwandten be­sucht.

Die Jugendlichen haben sich noch eine Menge vorgenommen für ihre Zeit in Deutsch­land. „Auf jeden Fall Deutsch lernen", sagt Kristen Woo aus den USA. „Und das Oktober­fest sehen", fügt Jessica Ohlig­schlager hinzu. Am Wochen­ende kommen ihre Eltern aus Australien, um sie zu besuchen. Dann geht's gemeinsam nach München.

SO VIELE AUSTAUSCHSCHÜLER WIE NOCH NIE

Noch nie waren am Konrad-Duden-Gymnasium so viele Austauschschüler wie in die­sem Jahr, sagt Lehrerin An­nette Oschilewski, die die Ju­gendlichen mit betreut. „Wir haben echt schon Schwierig­keiten, alle in Kursen unterzu­bringen." Einen speziellen Grund für den Ansturm kann sie nicht nennen. Generell sei aber ein immer globaleres Denken bei Jugendlichen zu beobachten. Immer schwerer werde es dagegen, Gastfami­lien zu finden, die einen frem­den Schüler bei sich aufneh­men, berichtet die Lehrerin. „Die Agenturen müssen da Überzeugungsarbeit leisten."

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