Da lacht der Fehlerteufel

 


RP vom 5.9.2008

666 Jahre KDG: Duden – Der große Deutschtest. Der zeigte, wie sich die Tücken der neuen Rechtschreibung unterhaltsam bewältigen lassen. 248 Teilnehmer aus dem Publikum und fünf Promi-Duos grübelten mit. Das Presse-Team mit der RP siegte – noch vor den Lehrern.

WESEL Konrad Duden hätte 162 Jah­re nach seinem Abitur garantiert selbst viele Fehler verbrochen, wenn er Mittwoch beim großen Deutschtest im KDG mitgewirkt hätte. Nach der Reform der Reform in der Rechtschreibung 2006 ist Ver­unsicherung fast (selbstverständ­lich. So hatte in der rappelvollen Aula der Fehlerteufel das Lachen, obwohl augenscheinlich die 248 Gäste ihre gehörige Portion Schul­bildung genossen hatten. Niemand wusste alles. Doch ein großer Spaß war es allemal, den Rotstift zu zü­cken und fiebrig in einem Text mit 164 Wörtern die 49 versteckten fal­schen aufzuspüren.

Dirk Unsenos vom Team „Eltern" sagte relaxed: „Der Erwartungs­druck ist bei den anderen Teams viel größer als bei uns!" Klar, von „Lehrern" und „Presse" wird richti­ges Deutsch am ehesten erwartet. Ulrich Richartz dagegen wähnte sich auf schwankendem Boden: „Als Politiker muss man nur gut re­den können!", meinte er und grü­belte, ob nun a) „statt-fand" oder b) „stattfand" richtig ist. Wie Ulrich Bussing, Team „Wirtschaft", ruft er normalerweise nach seiner findi­gen Sekretärin. Sie hätte ihm er­klärt, dass b) stimmt. RP-Chef Thomas Hesse dacht mit Kollegin Petra Herzog (NRZ) nach. Er grübelte drüber, ob man „vielzuviel" in drei Teile zerschneiden sollte oder nicht. Aufsicht führte Moderator Dr. Heinzgerd Schott, Fachmann am KDG und bei RTL (Hape Kerkelings „Der große Deutschtest"). Der Deutsch-Leistungskurs stand parat, um sich in die Korrektur der Korrektur zu stürzen.

Vor der zweiten Runde deckten die Deutschlehrer Melanie Mandel, Gerd Wrobel, Peter Fobbe und Olaf Göhmann neue Rechtschreibfallen in Getrennt- /Zusammenschrei­bung („irgendjemand", „Maschine schreiben", aber „das Maschineschreiben") oder Groß- und Klein­schreibung („zeit seines Lebens" oder „als Erster") auf. So standen beim anschließenden Multiple-Choice-Test selbst die verflixten Kommata meist an ihrem Platz.

Zum Schluss gab's keine Noten, sondern Geschenke. Zum Beispiel einen Duden für die Dame, die mit leider 39 Fehlern den Rekord hielt. Hätten die Publikumssieger statt ihrer Buchgutscheine Medaillen bekommen, so hätte es „Gold" für Deutschlehrerin Hildegard Berning (1 Fehler) gegeben, „Silber" für Praktikant Jan Feldmann (3), „Bronze" für die Schülerinnen Larissa Borgmann und Astrid Artmey­er (4). Das Siegerteam unter den Promis, die Presse (4,5 Fehler), strahlte erleichtert. Verschämt blickte ich, die Autorin auf ihre acht Fehler. Doch baute mich die Durch­schnittsfehlerzahl im Publikum von 18,5 wieder auf. Und schließ­lich geht es im Leben wie im KDG eher um Kreativität. Darin liegt doch die wahre Intelligenz, oder?
INFO: Die Ergebnisse

So erging es den den weiteren „Promis": Team Lehrer (5,5 Fehler) mit Julia Sartingen (Duden-Grund­schule), Dr. Klaus Weinrich (Mühlenweg); Politik (11,5 Fehler) mit Ruth Freßmann, Ulrich Richartz (Schulausschuss); Eltern (14,5 Feh­ler) mit Dr. Elfriede Ehlers, Dirk Unsenos; Wirtschaft (27,5 Fehler) mit Astrid Vogell (Kaufhof), Ulrich Bussing (Sparkasse).

 

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