Arbeiten statt in der Sonne liegen

 

FERIENJOB I. Viele Schüler nutzen die schulfreie Zeit, um sich ihr Taschengeld ein wenig aufzubessern. Doch wer darf was tun?

KREIS WESEL. Es gibt für Schü­ler viele Möglichkeiten, ihre Fe­rien zu verbringen. Urlaub mit den Eltern, ein Ferienlager mit anderen Kindern oder Jugendli­chen, etwas mit den Freunden unternehmen oder bei der Stadt­randerholung beziehungsweise einem anderen Freizeitpro­gramm mitmachen. Eine ganz andere Variante ist es, sich nicht auf die faule Haut zu legen und den Sommer zu genießen, son­dern die schulfreie Zeit dazu zu nutzen, die eigene Finanzlage aufzubessern. Ferienjobs sind ei­ne beliebte Möglichkeit, sich das Taschengeld ein wenig aufzubes­sern.

Schwer, den passenden Job zu finden

Lisa Michelbrink gehört zu den zahlreichen Jugendlichen im Kreis Wesel, die in den Sommer­ferien arbeiten. Diel6-Jährige ist derzeit in der Vormontage der Armaturenbau GmbH in Ginde­rich tätig und schraubt dort Teile für die unterschiedlichsten Ar­maturen zusammen. Es ist das erste Mal, dass die Schülerin des Konrad-Duden-Gymnasiums ei­nen Ferienjob hat. „Macht rich­tig Spaß", sagt sie. „Die Arbeit gefällt mir so gut, dass die Zeit echt schnell vorbeigeht."

Das Schwierigste an einem Fe­rienjob sei häufig, einen passen­den zu finden, weiß der Presse­sprecher der Arbeitsagentur in Wesel, Michael Niel. „Oft läuft das über Beziehungen, und die besten Ferienjobs sind schon vergeben, bevor sie überhaupt in die Öffentlichkeit gelangen." Das sei für die, die dann keine Chance auf den Job haben, zwar ärgerlich, aber durchaus nahelie­gend. „Wer in den Ferien arbei­ten möchte, der hört sich doch natürlich erstmal bei Vater, Mut­ter, Onkel oder sonst wem um, ob in deren Firma ein Ferienjob frei ist." Auch Lisa Michelbrink hat ihren Job auf diese Weise gefun­den. Ihr Vater arbeitet auch bei der Armaturenbau GmbH. Wer über diesen Weg nicht erfolg­reich ist, für den gibt es aber durchaus auch andere Möglich­keiten.

Jobbörse im Internet

Eine Variante bietet die Ar­beitsagentur selbst. In ihrer On­line-Jobbörse, die unter www.arbeitsargentur.de zu fin­den ist, können Schüler und Stu­denten nach Ferienjobs in ihrer Region suchen. In Universitäts­städten sei das Angebot aber weitaus größer als in ländlichen Gebieten wie Wesel, gibt Mi­chael Niel zu. Grundsätzlich ha­be natürlich bessere Chancen, wer sich frühzeitig um einen Job für die Ferien kümmert. Aber ab und zu gebe es auch spontan noch Möglichkeiten, irgendwo unterzukommen.

Wer ein Angebot für eine Be­schäftigung hat, der solle trotz­dem „ein wenig aufpassen", rät der Pressesprecher der Arbeits­agentur. „Es gibt klare Bestimmungen zum Jugendschutz, die natürlich auch für Ferienjobs gelten", macht er deutlich. „Wer noch keine 18 ist, für den ist eine Arbeit abends in einer Kneipe al­so nicht unbedingt das Richtige."

Ebenso die Augen aufhalten soll­ten Jugendliche, wenn es um das Thema Bezahlung geht. „Natür­lich dürfen Schüler keine Un­mengen verdienen. Ausbeuten lassen muss sich aber auch nie­mand." Ein Patentrezept für die angebrachte Bezahlung gebe es nicht, sagt Niel. „Vieles ist Ver­handlungssache." Er rät Jugend­lichen, sich beispielsweise in In­ternetforen mit anderen Ferien­jobbern auszutauschen, um Ver­gleichswerte und Richtlinien zu erlangen.

Von dem Geld, das Lisa Mi­chelbrink bei ihrem Ferienjob verdient, möchte die Weselerin sich einen Traum erfüllen. Nach einem Schüleraustausch vor ei­nigen Monaten will sie im näch­sten Jahr noch einmal für drei Monate in die USA reisen. „Da­für spare ich jetzt schon", sagt Lisa. Außerdem möchte sie sich nach getaner Arbeit ein neues Handy gönnen.

DIE GESETZLICHEN BESTIMMUNGEN

Das Jugendarbeitsschutzgesetz sieht vor, dass schulpflichtige Jugendliche ab 13 Jahren mit Einwilligung ihrer Eltern leichte Arbeiten verrichten dürfen. Da­zu zählen unter anderem Baby­sitten, Nachhilfeunterricht, Ein­kaufen oder Botengänge für äl­tere und kranke Menschen so­wie Hilfe bei der Ernte, Versor­gung von Tieren oder auch das Austragen von Zeitschriften und Werbeprospekten. Ge­werbliche Tätigkeiten wie etwa das Einräumen von Regalen im Supermarkt sind Mädchen und Jungen unter 15 nicht erlaubt. Wer älter ist als 15, darf pro Jahr maximal 20 Tage in den Ferien jobben, die Arbeitszeit darf acht Stunden pro Tag an höchstens fünf Tagen in der Woche nicht überschreiten. Nachts zwischen 20 und 6 Uhr dürfen Jugendliche nicht arbei­ten.

Während der Schulzeit sind höchstens zwei Stunden täg­lich (in der Landwirtschaft drei Stunden) und nicht mehr als fünf Tage in der Woche erlaubt. Versichert sind Schüler übri­gens grundsätzlich über den Arbeitgeber. Weitere Informa­tionen gibt es im Internet unter www.nrw.de.

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